PEth-Test bei der MPU: Der sicherste Nachweis von Alkoholkonsum erklärt

EtG (Ethylglucuronid) ist ein spezifisches Alkohol-Abbauprodukt, das nach dem Konsum von Ethanol entsteht und über den Urin ausgeschieden wird. Genau deshalb eignet es sich besonders gut, um Alkoholkonsum auch dann noch nachzuweisen, wenn Alkohol selbst längst abgebaut ist.

In der Praxis wird EtG häufig für Abstinenznachweise im Rahmen der MPU genutzt. Die Nachweisbarkeit kann bis zu 80 Stunden betragen und hängt stark von Trinkmenge, Körpergewicht und Stoffwechsel ab. Für Abstinenzprogramme sind typische Grenzwerte um 0,1 mg/L relevant.

Das Wichtigste in Kürze

  • EtG ist ein direkter Marker für Alkoholkonsum und wird im Urin gemessen, nicht im Atem.
  • Nachweisfenster: oft bis zu 80 Stunden, bei starkem Konsum teils länger.
  • Trinkmenge, Körpergewicht und Stoffwechsel bestimmen die reale Nachweiszeit am stärksten.
  • Cut-offs sind entscheidend: für Abstinenz häufig < 0,1 mg/L, Kontrollen teils bis 0,5 mg/L.
  • Spitzenausscheidung liegt meist 3,5–5 Stunden nach dem Konsum, das ist für den Testzeitpunkt relevant.

Wie lange ist EtG im Urin nachweisbar?

EtG ist je nach Trinkmenge und individueller Verstoffwechslung typischerweise etwa 13 bis 72 Stunden nachweisbar und kann bei starkem Konsum häufig bis zu 80 Stunden, in Einzelfällen sogar bis etwa 120 Stunden, messbar bleiben.

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Was EtG (Ethylglucuronid) genau ist und warum es so aussagekräftig ist

EtG steht für Ethylglucuronid und ist ein Stoffwechselprodukt, das entsteht, wenn der Körper Alkohol verarbeitet. Es ist deshalb so wichtig, weil es sehr spezifisch auf Alkoholkonsum hinweist. Alkohol selbst ist im Blut oder Atem oft schnell nicht mehr nachweisbar.

EtG bleibt dagegen deutlich länger im Urin. Genau das macht es für Abstinenznachweise im MPU-Umfeld so relevant. Der Fokus liegt dabei nicht auf „wie betrunken“ jemand war, sondern auf der Frage: Wurde Alkohol konsumiert oder nicht? Darum kann EtG auch dann auffallen, wenn der Konsum bereits Tage zurückliegt.

PEth-Test bei der MPU: Der sicherste Nachweis von Alkoholkonsum erklärt
PEth-Test bei der MPU: Der sicherste Nachweis von Alkoholkonsum erklärt

EtG-Nachweiszeiten im Urin: typische Werte und Maximalzeiten

Wie lange EtG im Urin nachweisbar ist, hängt vor allem davon ab, wie viel getrunken wurde. Zusätzlich spielt das Körpergewicht eine große Rolle, weil es die Alkoholmenge pro Kilogramm beeinflusst. Auch der individuelle Stoffwechsel kann das Fenster verkürzen oder verlängern.

Als Orientierung werden häufig typische Bereiche genannt, die bei einer Person mit rund 70 kg Körpergewicht gut vergleichbar sind. Wichtig ist: Es gibt typische Nachweiszeiten und daneben Maximalwerte, die in ungünstigen Konstellationen erreicht werden können.

Für die Praxis heißt das: Ein „sicheres“ Zeitfenster lässt sich nie garantieren. Die folgende Tabelle zeigt die gängigen Orientierungswerte inklusive Maximalzeiten.

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Trinkmenge (bei 70 kg Körpergewicht) Typische Nachweiszeit EtG Maximal
0,1 g Ethanol/kg (~10 g Alkohol, 0,25 l Bier) 13–20 Stunden 24 Stunden
0,5 g Ethanol/kg (~35 g Alkohol, 1 l Bier) 26–36 Stunden 48 Stunden
>1 g Ethanol/kg (starker Konsum) 48–72 Stunden 80–120 Stunden

Spitzenausscheidung: Warum 3,5–5 Stunden nach Konsum wichtig sind

EtG wird nicht sofort in voller Menge ausgeschieden. Stattdessen gibt es eine Phase, in der die Konzentration im Urin ansteigt und später wieder abfällt. Besonders wichtig ist die sogenannte Spitzenausscheidung. Diese liegt typischerweise 3,5 bis 5 Stunden nach dem Konsum.

In diesem Zeitfenster ist EtG oft am besten messbar. Das bedeutet nicht, dass EtG danach sofort verschwindet, aber die Konzentration verändert sich. Für Testungen kann das relevant sein, weil sehr frühe Proben unter Umständen weniger aussagekräftig wirken. Gleichzeitig kann ein später Test noch positiv sein, obwohl der Konsum lange zurückliegt.

Cut-off-Werte: 0,1 mg/L, 0,5 mg/L und EtG100 mit Kreatininbezug

Bei EtG zählt nicht nur „positiv oder negativ“, sondern auch der Grenzwert, ab dem ein Ergebnis bewertet wird. Für Abstinenznachweise im MPU-Kontext wird häufig ein Cut-off von < 0,1 mg/L genannt. In anderen Kontroll- oder Screening-Kontexten kommen teils Grenzwerte bis 0,5 mg/L vor.

Diese Unterschiede sind wichtig, weil derselbe Messwert je nach Zielsetzung anders interpretiert werden kann. Zusätzlich gibt es Verfahren wie EtG100, bei denen der Wert auf Kreatinin normiert wird. Das hilft, Urinproben besser vergleichbar zu machen.

Denn Kreatinin dient als Anhaltspunkt, ob eine Probe stark verdünnt ist. Dadurch wird die Messung in der Praxis oft robuster und fairer bewertet.

Einflussfaktoren: Trinkmenge, Körpergewicht, Stoffwechsel und Flüssigkeit

Die Trinkmenge ist der stärkste Treiber für die Nachweiszeit. Mehr Alkohol bedeutet meistens: längere Nachweisbarkeit. Das Körpergewicht beeinflusst, wie viel Ethanol pro Kilogramm aufgenommen wurde. Auch der Stoffwechsel ist entscheidend, weil Menschen Alkohol unterschiedlich schnell verarbeiten.

Zusätzlich spielt die Flüssigkeitsaufnahme eine Rolle, weil sie den Urin verdünnen kann. Verdünnung kann Werte senken, aber sie macht die Situation nicht automatisch „sicher“. Gerade deshalb ist der Kreatininbezug bei EtG100 so hilfreich.

Auch die Leberfunktion kann Einfluss haben, weil sie an der Verstoffwechslung beteiligt ist. In der Praxis ist es also immer ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren, nicht nur „wie viel Bier“ es war.

Fehlerquellen und Missverständnisse: Verdünnung, Leberfunktion, falsch-positiv

Ein häufiger Irrtum ist: „Wenn ich genug trinke (Wasser), dann ist der Test sicher negativ.“ Das ist riskant, weil Verdünnung zwar Konzentrationen verändert, aber EtG nicht zuverlässig „löscht“. Außerdem kann eine extrem verdünnte Probe auffallen, etwa über Kreatininwerte.

Ein weiterer Punkt ist die Leberfunktion, die den Verlauf beeinflussen kann, ohne dass man es sofort merkt. Viele fragen auch nach falsch-positiven Ergebnissen durch Medikamente. Laut den genannten Informationen sind falsch-positive durch Medikamente selten. Trotzdem kann es in Einzelfällen Gründe geben, die man medizinisch klären sollte.

Am Ende gilt: EtG ist ein sehr spezifischer Marker, aber die Interpretation hängt immer vom Cut-off, der Probenqualität und der individuellen Situation ab.

Die Rolle des Kreatinin-Werts bei der Urinprobe

Für ein rechtssicheres Ergebnis beim EtG-Screening ist nicht nur die Nachweisbarkeit von Alkohol im Urin entscheidend, sondern auch die Konzentration der Probe. Labore messen routinemäßig den Kreatinin-Wert, um festzustellen, ob der Urin durch übermäßige Flüssigkeitsaufnahme absichtlich oder unabsichtlich verdünnt wurde.

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Liegt dieser Wert unter der kritischen Grenze, wird die Probe als „nicht verwertbar“ eingestuft, was im Rahmen eines Abstinenzprogramms oft als Täuschungsversuch gewertet wird. In unseren Tabellen und Fakten zum EtG-Test wird deutlich, dass eine konstante Flüssigkeitszufuhr vor der Abgabe wichtig ist, man jedoch direkt vor dem Termin keine „Sturzspülung“ vornehmen sollte.

Nur ein konzentrierter Urin garantiert, dass die Biomarker korrekt erfasst werden können und Ihr Abstinenznachweis für die MPU gültig bleibt.

Versteckter Alkohol und die Gefahr von Fehlalarmen

Ein wesentlicher Teil im Ratgeber zur Nachweisbarkeit von Alkohol im Urin ist der Hinweis auf versteckte Quellen. Der EtG-Test ist so empfindlich, dass bereits kleinste Mengen Ethanol, die in Lebensmitteln wie alkoholfreiem Bier (bis zu 0,5 Vol.-%), reifen Bananen oder mit Alkohol verfeinerten Saucen enthalten sind, zu einem positiven Befund führen können.

Auch Hygieneprodukte wie ethanolhaltige Mundspülungen oder Handdesinfektionsmittel können über die Schleimhäute oder die Haut aufgenommen werden und die Fakten zum EtG-Test verfälschen. Um ein sicheres Ergebnis zu gewährleisten, sollten Sie während des gesamten Nachweiszeitraums konsequent auf Produkte mit der Kennzeichnung „alkoholfrei“ verzichten, da diese oft noch Restalkohol enthalten. Achten Sie stattdessen auf die Kennzeichnung „0,0 %“, um kein Risiko einzugehen.

Cut-off-Grenzwerte im Labor verstehen

Die wissenschaftliche Nachweisbarkeit von Alkohol im Urin basiert auf fest definierten Schwellenwerten, den sogenannten Cut-offs. In Deutschland gilt für den MPU-Abstinenznachweis in der Regel ein Grenzwert von 0,1 mg/L (entspricht 100 ng/mL) für den Marker Ethylglucuronid.

Liegt Ihr Wert unter dieser Grenze, gilt der Test als negativ; liegt er darüber, wird ein Alkoholkonsum unterstellt. Diese Tabellen und Fakten zum EtG-Test sind für Teilnehmer eines Programms deshalb so wichtig, weil sie zeigen, dass der Test nicht auf „Null“ eingestellt ist, sondern eine kleine Fehlertoleranz für geringste Mengen an Umgebungsalkohol lässt.

Dennoch sollten Sie sich nicht auf diesen Puffer verlassen, da die individuellen Abbaugeschwindigkeiten stark variieren und ein einziger kleiner Ausreißer das gesamte Programm gefährden kann.

Fazit

EtG ist für viele der entscheidende Marker, wenn es um Abstinenz und die MPU geht. Trotzdem ist kein Wert „magisch“ sicher, weil Trinkmenge, Körpergewicht, Stoffwechsel und Verdünnung stark schwanken. Wer vorbereitet sein will, sollte die Cut-offs kennen, den Testzeitpunkt verstehen und Risiken wie starkes Trinken oder extreme Flüssigkeitszufuhr vermeiden.

Dokumentiere deinen Konsum ehrlich, plane Kontrollen realistisch und sprich bei Unsicherheiten mit dem Labor. So ordnest du Befunde sicher ein und gehst mit klaren Erwartungen in jede Untersuchung, ohne unnötigen Stress.

Quellen:

  1. Neuer MPU Alkoholmarker – Phoshatidylethanol (PEth)
  2. PEth Test MPU: Bluttest Abstinenznachweis | Kosten & ..
  3. Alkoholkonsum und Alkoholsucht nachweisen mit PEth

FAQ

Wie lange ist Alkohol im Urin mittels EtG nachweisbar?

Der Biomarker EtG kann bei moderatem Konsum bis zu 80 Stunden nach dem letzten Glas nachgewiesen werden. Bei sehr geringen Mengen sinkt das Zeitfenster oft auf etwa 24 bis 48 Stunden.

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Warum wird nicht direkt nach Ethanol im Urin gesucht?

Ethanol selbst wird vom Körper sehr schnell abgebaut und ist im Urin meist nur wenige Stunden nachweisbar. Der Marker Ethylglucuronid (EtG) hingegen bleibt deutlich länger stabil und ermöglicht so eine langfristige Dokumentation der Abstinenz.

Kann alkoholfreies Bier den EtG-Test positiv beeinflussen?

Ja, da „alkoholfreies“ Bier gesetzlich bis zu 0,5 Vol.-% Restalkohol enthalten darf, kann regelmäßiger Konsum den EtG-Wert über den Grenzwert heben. Für einen sicheren Abstinenznachweis sollte man nur Produkte mit der Aufschrift „0,0 %“ konsumieren.

Was bedeutet der Cut-off-Wert von 0,1 mg/L?

Dies ist der Schwellenwert im Labor, ab dem eine Urinprobe offiziell als positiv für Alkoholkonsum gewertet wird. Werte unter dieser Grenze werden als negativ eingestuft, um zufällige Aufnahmen von Kleinstmengen (z. B. durch Nahrung) auszuschließen.

Was passiert, wenn mein Urin zu verdünnt ist?

Ein zu niedriger Kreatinin-Wert deutet auf eine absichtliche Verdünnung hin und macht die Probe für den Abstinenznachweis ungültig. In einem MPU-Programm kann dies zum Abbruch des gesamten Vertrages führen.

Können Medikamente das Ergebnis des EtG-Tests verfälschen?

Einige Medikamente wie Hustensäfte oder homöopathische Tropfen enthalten Ethanol als Lösungsmittel. Sie sollten während des Nachweiszeitraums stets auf die Inhaltsstoffe Ihrer Medikamente achten und gegebenenfalls alkoholfreie Alternativen wählen.

Ist ein einmaliger „Ausrutscher“ im Urin sofort nachweisbar?

Ja, bereits kleine Mengen wie ein Glas Wein führen kurzzeitig zu einer messbaren Erhöhung des EtG-Wertes im Urin. Da Urinproben in Abstinenzprogrammen unangekündigt erfolgen, ist das Risiko einer Aufdeckung extrem hoch.

Wie schnell muss ich nach der Einbestellung zur Probe erscheinen?

Bei einem offiziellen Kontrollprogramm müssen Sie in der Regel innerhalb von 24 Stunden nach der Benachrichtigung im Labor erscheinen. Diese kurze Frist verhindert, dass der EtG-Wert vor dem Termin unter die Nachweisgrenze sinkt.

Beeinflusst Sport die Nachweisbarkeit von Alkohol im Urin?

Sport und Saunagänge haben keinen nennenswerten Einfluss auf die Abbaugeschwindigkeit von EtG im Urin. Der Abbau erfolgt primär über biochemische Prozesse in der Leber und die anschließende Ausscheidung über die Nieren.

Kann Mundspülung zu einem positiven EtG-Befund führen?

Stark ethanolhaltige Mundspülungen können bei häufiger Anwendung über die Mundschleimhaut aufgenommen werden und den Test beeinflussen. Es wird dringend empfohlen, während der Abstinenzphase auf alkoholfreie Mundhygieneprodukte umzusteigen.

Georg Jelinek
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Georg Jelinek ist ein ausgewiesener Spezialist in der Suchtbekämpfung mit Schwerpunkt auf Drogen- und Alkoholabhängigkeit. Seine Expertise umfasst die medizinische und forensische Laboranalyse, evidenzbasierte Diagnostik sowie moderne Therapieansätze. Mit einem interdisziplinären Ansatz verbindet er wissenschaftliche Präzision mit praxisnaher Behandlung, um nachhaltige Wege aus der Abhängigkeit zu ermöglichen.

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