Das Kürzel MPU steht für Medizinisch-Psychologische Untersuchung. Sie wird angeordnet, wenn jemand nach einem schwerwiegenden Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung den Führerschein verliert. Außerdem kann sie verpflichtend sein, wenn bei einem Führerscheinbewerber aus anderen Gründen berechtigte Zweifel bestehen.
In der MPU wird geprüft, ob eine Person geistig und körperlich in der Lage ist, ein Kraftfahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr sicher zu führen. Die Untersuchung dauert meist drei bis vier Stunden und besteht aus medizinischem Teil, psychophysiologischem Leistungstest und psychologischem Gespräch.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Das Wichtigste in Kürze
- 2 Was ist eine MPU und wie lange dauert sie?
- 2.1 Was bedeutet MPU und wann wird sie angeordnet?
- 2.2 Dauer und Aufbau der MPU: Diese drei Teile erwarten dich
- 2.3 Medizinischer Teil: Untersuchung, Blutwerte und Abstinenznachweis
- 2.4 Psychophysiologische Leistungstests: Wahrnehmung, Belastbarkeit, Reaktion
- 2.5 Psychologisches Gespräch: Selbstkritik und stabile Verhaltensänderung
- 2.6 Ergebnis und Gutachtenarten: positiv, negativ, „bedingt geeignet“
- 2.7 Gutachten im Überblick
- 2.8 Der computergestützte Leistungstest – Was wird bei der MPU gemacht?
- 2.9 Die medizinische Untersuchung – Mehr als nur Laborwerte
- 2.10 Die gesetzliche Grundlage der MPU
- 3 Fazit
Das Wichtigste in Kürze
- Die MPU ist eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung zur Klärung der Fahreignung.
- Sie wird nach Führerscheinentzug wegen schwerer Verstöße oder bei Zweifeln im Bewerbungsverfahren angeordnet.
- Dauer: meist 3–4 Stunden, mit Medizin, Leistungstest und psychologischem Gespräch.
- Eine positive MPU erfordert ein positives Ergebnis in allen drei Teilen.
- Professionelle Vorbereitung (auch als Einzelcoaching) erhöht nachweislich die Erfolgschancen, unvorbereitet zu gehen ist riskant.
Was ist eine MPU und wie lange dauert sie?
Die MPU ist eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung, die klärt, ob jemand körperlich und geistig geeignet ist, ein Fahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr zu führen. Sie dauert in der Regel drei bis vier Stunden und besteht aus medizinischer Untersuchung, Leistungstests und einem psychologischen Gespräch.
Was bedeutet MPU und wann wird sie angeordnet?
Die Abkürzung MPU steht für Medizinisch-Psychologische Untersuchung. Sie ist keine freiwillige Maßnahme, sondern wird verpflichtend angeordnet, wenn es starke Zweifel an der Fahreignung gibt. Häufig passiert das nach einem schwerwiegenden Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung und dem daraus folgenden Führerscheinverlust.
Zusätzlich kann die MPU auch bei einem Führerscheinbewerber verlangt werden. Das gilt immer dann, wenn aus anderen Gründen berechtigte Zweifel bestehen. Ziel ist eine klare Antwort auf die Frage, ob jemand ein Auto im öffentlichen Straßenverkehr sicher führen kann. Dabei geht es ausdrücklich um geistige und körperliche Voraussetzungen.

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Dauer und Aufbau der MPU: Diese drei Teile erwarten dich
Eine MPU dauert normalerweise etwa drei bis vier Stunden. In dieser Zeit werden mehrere Bausteine kombiniert, damit ein möglichst vollständiges Bild entsteht. Die Untersuchung gliedert sich in den medizinischen Teil, einen psychophysiologischen Leistungstest und das psychologische Gespräch.
Jeder Teil hat eine eigene Aufgabe und bewertet einen anderen Aspekt der Fahreignung. Wichtig ist: Es reicht nicht, nur „ungefähr gut“ durchzukommen. Am Ende zählt das Gesamtergebnis aus allen Bereichen. Viele lassen sich deshalb gezielt vorbereiten. Eine MPU-Vorbereitung ist oft auch als Einzelcoaching möglich.
Ablauf und Inhalte
| MPU-Baustein | Worum geht es? | Typische Inhalte |
|---|---|---|
| Medizinischer Teil | Körperliche Eignung und Konsumhinweise | Fragen zu Alkohol/Drogen, Blutentnahme, Koordinationstest |
| Leistungstest | Leistungsfähigkeit im Verkehr | Sinneswahrnehmung, Belastbarkeit, Reaktionsschnelligkeit (oft am PC) |
| Psychologisches Gespräch | Einstellung und Verhaltensänderung | Selbstkritische Aufarbeitung, gezielte Fragen, Gesamtbewertung |
Medizinischer Teil: Untersuchung, Blutwerte und Abstinenznachweis
Im medizinischen Teil prüft eine Ärztin oder ein Arzt, ob körperliche Mängel gegen das Führen eines Kraftfahrzeugs sprechen. Wenn eine drogen- oder alkoholspezifische Begutachtung angeordnet ist, wird besonders nach Hinweisen auf missbräuchlichen Konsum gesucht.
Solche Hinweise können die Fahreignung deutlich einschränken. Deshalb gehören Fragen zum Trinkverhalten und zur persönlichen Einstellung gegenüber Drogen meist fest dazu. Falls im Vorfeld ein Abstinenznachweis gefordert war, fließen dessen Ergebnisse in die Bewertung ein.
Zusätzlich wird häufig eine Blutentnahme durchgeführt, um verschiedene Blutwerte zu prüfen. Am Ende folgt oft ein Koordinationstest, zum Beispiel auf einem Bein stehen oder auf einer Linie gehen.
Psychophysiologische Leistungstests: Wahrnehmung, Belastbarkeit, Reaktion
Nach dem medizinischen Teil folgen psychophysiologische Leistungstests. Sie prüfen unter anderem die Sinneswahrnehmung, die Belastbarkeit und die Reaktionsschnelligkeit. Das ist wichtig, weil sich diese Fähigkeiten im Straßenverkehr direkt auf Sicherheit auswirken.
Es gibt dafür mehrere anerkannte Begutachtungsverfahren. Die Begutachtungsstelle darf das Verfahren frei auswählen, weshalb der genaue Ablauf variieren kann. Genau diese Variabilität soll verhindern, dass man Tests und Antworten nur auswendig lernt.
In der Praxis finden die Tests meist am Computer statt. Wer hier gut vorbereitet ist, wirkt sicherer und zeigt stabile Leistungsfähigkeit.
Psychologisches Gespräch: Selbstkritik und stabile Verhaltensänderung
Das psychologische Gespräch dauert typischerweise etwa eine Stunde. Hier geht es nicht um „schöne Worte“, sondern um eine selbstkritische Auseinandersetzung mit den Auffälligkeiten der Vergangenheit. Entscheidend ist, dass eine stabile Verhaltensänderung erkennbar wird.
Der oder die Begutachtende stellt gezielte Fragen, die direkt mit der Beurteilung der Fahreignung zusammenhängen. Aus dem Gesprächsverlauf und den Antworten entsteht ein Gesamtbild. Dieses Gesamtbild ist die Grundlage für die abschließende Beurteilung. Viele Gerüchte sagen, man falle „automatisch“ durch, doch die MPU ist nicht darauf ausgelegt,
Teilnehmende beim ersten Versuch per se scheitern zu lassen. Trotzdem ist es nicht ratsam, vollkommen unvorbereitet hineinzugehen, weil die Anforderungen klar und konsequent sind.
Ergebnis und Gutachtenarten: positiv, negativ, „bedingt geeignet“
Die MPU soll die generelle Fahreignung feststellen oder verneinen. Eine positive Begutachtung bedeutet, dass jemand körperlich und geistig fit und belastbar ist und keine Gefahr für den öffentlichen Straßenverkehr darstellt. Dafür müssen alle drei Teile positiv sein. Es genügt ausdrücklich nicht, nur in einem oder zwei Bereichen gut abzuschneiden.
Mit einem positiven Gutachten kann man zur zuständigen Führerscheinstelle gehen und die Erteilung der Fahrerlaubnis beantragen. Wenn die positive MPU Voraussetzung für eine Fahrprüfung ist, legt man das Gutachten bei der Fahrschule vor, die dann die nächsten Schritte organisiert. Danach muss man selbstverständlich auch die Fahrprüfung bestehen, um den Führerschein wieder zu bekommen.
Bei den Gutachten unterscheidet man grundsätzlich positiv und negativ, aber es gibt auch eine Differenzierung: Wer medizinisch scheitert, hat oft noch unzulässig hohe Alkohol- oder Drogenwerte oder leidet an chronischen körperlichen oder psychischen Erkrankungen.
In solchen Fällen sind Begutachtende sehr strikt, selbst wenn ein früherer Abstinenznachweis unauffällig war. Im psychologischen Bereich kann es bei verbleibenden Zweifeln ein „bedingt geeignetes“ Gutachten geben, oft verbunden mit der Auflage einer Nachschulung.
Gutachten im Überblick
| Gutachtenart | Was bedeutet das? | Typische Folge |
|---|---|---|
| Positiv | Alle drei Teile sind positiv | Antrag bei Führerscheinstelle / ggf. Fahrprüfung möglich |
| Negativ | Mindestens ein Teil nicht bestanden | Führerschein wird nicht erteilt bzw. Prüfung nicht möglich |
| „Bedingt geeignet“ | Zweifel im Gespräch nicht vollständig ausgeräumt | Führerschein nach Nachschulung ggf. wieder möglich |
Der computergestützte Leistungstest – Was wird bei der MPU gemacht?
Ein zentraler Baustein der Frage „Was genau ist eine MPU und was wird bei der MPU alles gemacht?“ ist der Leistungstest am Computer. Hierbei geht es nicht um Computerkenntnisse, sondern um Ihre Sinneswahrnehmung und Reaktionsschnelligkeit. Sie bedienen Tasten und Pedale, um auf optische und akustische Reize zu reagieren.
Geprüft werden Konzentration, Aufmerksamkeit und die Belastbarkeit unter Zeitdruck. Dieser Test stellt sicher, dass Sie physisch in der Lage sind, in Gefahrensituationen im Straßenverkehr angemessen zu reagieren. Sollten die Ergebnisse unter den geforderten Normwerten liegen, kann oft eine ergänzende Fahrverhaltensbeobachtung Klarheit schaffen.
Dieser Teil der Untersuchung ist objektiv und bildet neben dem Gespräch und der Medizin die dritte wichtige Säule der Begutachtung.
Die medizinische Untersuchung – Mehr als nur Laborwerte
Um zu verstehen, was genau eine MPU ist und was bei der MPU alles gemacht wird, muss man den medizinischen Teil betrachten. Neben der Abgabe von Proben führt der Arzt eine allgemeine körperliche Untersuchung durch. Dabei werden insbesondere die neurologischen Funktionen wie Reflexe, Gleichgewicht und die Koordination geprüft.
Auch eine ausführliche Anamnese, also die Abfrage Ihrer Krankengeschichte und eventueller Medikamenteneinnahmen, ist fester Bestandteil. Der Arzt beurteilt, ob körperliche Mängel vorliegen, die einer sicheren Verkehrsteilnahme entgegenstehen.
Besonders bei Alkohol- oder Drogenfragestellungen achtet der Mediziner auf organische Folgeschäden, die auf einen fortgesetzten Konsum hindeuten könnten. Diese Befunde fließen direkt in das abschließende Gesamtgutachten ein.
Die gesetzliche Grundlage der MPU
Viele Betroffene fragen sich: „Was genau ist eine MPU eigentlich rechtlich?“ Die Abbreviaion steht für Medizinisch-Psychologische Untersuchung, im Volksmund oft abfällig „Idiotentest“ genannt. Gesetzlich verankert ist sie in § 11 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV).
Sie dient der Fahrerlaubnisbehörde als Entscheidungshilfe, wenn begründete Zweifel an der Fahreignung einer Person bestehen. Das Ziel ist nicht die Bestrafung, sondern eine Prognose über das künftige Verkehrsverhalten.
Erst wenn die Gutachter bestätigen, dass keine Rückfallgefahr besteht und die Eignung wiederhergestellt ist, darf die Behörde den Führerschein neu erteilen. Die MPU ist somit ein behördlich angeordnetes Verfahren zur Sicherung der allgemeinen Verkehrssicherheit.
Fazit
Die MPU wirkt wie ein Berg, ist aber machbar. Wer versteht, warum sie angeordnet wurde, kann gezielt handeln. Kläre früh medizinische Themen, sichere Abstinenznachweise und trainiere Konzentration. Vor allem zählt die ehrliche, selbstkritische Aufarbeitung im Gespräch.
Mit einer stabilen Verhaltensänderung und guter Vorbereitung steigen die Chancen deutlich. Danach gehst du mit dem Gutachten zur Führerscheinstelle oder zur Fahrschule. Dann fehlt nur noch: die Prüfung bestehen. So holst du dir nicht nur Führerschein zurück, sondern auch Sicherheit und Gelassenheit im Straßenverkehr.
Quellen:
- ADAC: Was ist eine MPU? – Infos zu Ablauf und Kosten
- TÜV SÜD: Was wird bei der MPU alles gemacht? – Der offizielle Ablauf
- Bußgeldkatalog: Ratgeber zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung
FAQ
Was genau ist eine MPU?
Die MPU ist eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung, die die Fahreignung einer Person nach schweren Verkehrsverstößen beurteilt. Sie dient der Fahrerlaubnisbehörde als Grundlage für die Entscheidung über die Neuerteilung der Fahrerlaubnis.
Was wird bei der MPU alles gemacht am Untersuchungstag?
Der Untersuchungstag gliedert sich in eine medizinische Untersuchung, einen computergestützten Leistungstest und ein psychologisches Gespräch. Zudem müssen Fragebögen zu Ihrer Person und Ihrer Vorgeschichte ausgefüllt werden.
Wie lange dauert eine MPU-Untersuchung insgesamt?
In der Regel sollten Sie für den gesamten Aufenthalt in der Begutachtungsstelle etwa drei bis fünf Stunden einplanen. Die reine Zeit der aktiven Untersuchungen beträgt dabei meist etwa zwei Stunden.
Wer führt das psychologische Gespräch bei der MPU?
Das Gespräch wird von einem qualifizierten Verkehrspsychologen geführt, der Ihre Einstellung zum früheren Fehlverhalten analysiert. Ziel ist es, eine stabile und dauerhafte Verhaltensänderung für die Zukunft festzustellen.
Was genau wird beim Reaktionstest geprüft?
Beim computergestützten Leistungstest werden Ihre Konzentrationsfähigkeit, Ihre Reaktionsgeschwindigkeit und Ihre Belastbarkeit unter Stress gemessen. Sie müssen dabei auf verschiedene Licht- und Tonsignale schnell und präzise reagieren.
Ist die MPU ein Test, den man bestehen oder nicht bestehen kann?
Ja, das Ergebnis der MPU ist ein Gutachten, das entweder positiv, negativ oder mit einer Nachschulungsempfehlung ausfällt. Ein positives Gutachten ist die Voraussetzung dafür, dass Sie Ihren Führerschein von der Behörde zurückerhalten.
Was kostet eine MPU-Untersuchung derzeit?
Die Gebühren für die Untersuchung sind seit 2018 nicht mehr gesetzlich festgeschrieben und variieren je nach Anbieter und Fragestellung zwischen 400 und 800 Euro. Zusätzliche Kosten für Abstinenznachweise oder Vorbereitungskurse müssen gesondert kalkuliert werden.
Welche Rolle spielt der Arzt bei der MPU?
Der Arzt führt eine körperliche Untersuchung durch und prüft, ob gesundheitliche Einschränkungen oder Anzeichen für Suchtmittelmissbrauch vorliegen. Er dokumentiert zudem Ihre Reflexe und den allgemeinen körperlichen Zustand für das Gutachten.
Warum wird die MPU oft als Idiotentest bezeichnet?
Dieser Begriff ist ein veralteter Mythos aus der Zeit, als die MPU noch primär zur Überprüfung der Intelligenz eingesetzt wurde. Heute ist die Untersuchung ein fachlich fundiertes Verfahren zur Prüfung der psychologischen und medizinischen Fahreignung.
Wann muss man definitiv zur MPU?
Eine MPU wird meist angeordnet bei Alkohol am Steuer ab 1,6 Promille (in einigen Bundesländern ab 1,1), bei Drogen am Steuer oder bei acht Punkten in Flensburg. Auch wiederholte Auffälligkeiten oder Straftaten im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr können zur Anordnung führen.
Georg Jelinek ist ein ausgewiesener Spezialist in der Suchtbekämpfung mit Schwerpunkt auf Drogen- und Alkoholabhängigkeit. Seine Expertise umfasst die medizinische und forensische Laboranalyse, evidenzbasierte Diagnostik sowie moderne Therapieansätze. Mit einem interdisziplinären Ansatz verbindet er wissenschaftliche Präzision mit praxisnaher Behandlung, um nachhaltige Wege aus der Abhängigkeit zu ermöglichen.

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