Wiederholt zu schnell zu fahren wirkt auf den ersten Blick wie ein Versehen. Verkehrspsychologisch ist es oft das Gegenteil. Hinter vielen Tempoverstößen steckt ein stabiles Muster aus Einstellungen, Persönlichkeitszügen und gelerntem Fehlverhalten. Typisch sind Risikobereitschaft, Impulsivität, schwache Emotionsregulation und eine verzerrte Risikowahrnehmung. Wer trotz hoher Geschwindigkeit „gut durchkommt“, fühlt sich bestätigt. So wird Regelbruch zur Gewohnheit. Der Ausweg beginnt dort, wo du Motive und Auslöser ehrlich erkennst.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Das Wichtigste in Kürze
- 2 Warum überschreiten manche Fahrer die Geschwindigkeit immer wieder?
- 2.1 Wenn Schnellfahren zum Muster wird
- 2.2 Sensation Seeking und der Geschwindigkeitsrausch
- 2.3 Zeitdruck, Ärger und aggressiver Fahrstil
- 2.4 Persönlichkeitsmerkmale und Emotionsregulation
- 2.5 Lernen durch ausbleibende Konsequenzen
- 2.6 Warum Sanktionen allein selten wirken – und was hilft
- 2.7 Die Rolle des Sensation Seeking
- 2.8 Der Anonymitäts-Effekt im Straßenverkehr
- 2.9 Die gefährliche Falle des Gewöhnungseffekts
- 2.10 Die physikalische Realität (Tunnelblick & Bremsweg)
- 2.11 Die Zeitspar-Illusion (Mathematik des Rasens)
- 2.12 Der Anonymitäts-Effekt und Dehumanisierung
- 3 Fazit
Das Wichtigste in Kürze
- Wiederholtes Rasen ist meist kein Zufall, sondern Ausdruck stabiler Einstellungen und erlernter Verhaltensmuster.
- Häufig wirken Risikobereitschaft, Impulsivität, schwache Emotionsregulation und verzerrte Risikowahrnehmung zusammen.
- Viele suchen den „Geschwindigkeitsrausch“ (Sensation Seeking) und nehmen Risiken bewusst in Kauf.
- Zeitdruck, Alltagsärger und aggressiver Fahrstil machen Tempo zum Ventil für Stress statt zur bewussten Entscheidung.
- Sanktionen allein reichen oft nicht, wirksamer sind Trainings, die Emotionsregulation und Risikoeinschätzung verbessern.
Warum überschreiten manche Fahrer die Geschwindigkeit immer wieder?
Weil sich Tempoverstöße oft aus stabilen Einstellungen, Impulsivität, Stress- und Ärgermustern sowie „Lernen am Erfolg“ speisen. Wer ohne negative Folgen davonkommt, unterschätzt das Risiko und überschätzt die eigene Kontrolle. Nachhaltige Veränderung gelingt eher über Selbstreflexion, Emotionsregulation und gezielte verkehrspsychologische Programme als über Strafen allein.
Wenn Schnellfahren zum Muster wird
Wiederholte Geschwindigkeitsüberschreitungen sind verkehrspsychologisch meist kein Zufall. Sie zeigen oft stabile Einstellungen, die Regeln relativieren oder Risiken kleinreden. Dazu kommen Persönlichkeitsmerkmale wie Impulsivität und Risikofreude.
Häufig ist auch die Emotionsregulation schwach ausgeprägt. Dann wird das Auto zur Bühne für innere Spannung. Gleichzeitig ist die Risikowahrnehmung oft verzerrt. Man spürt vor allem Kontrolle, aber sieht die Gefahr zu spät. Genau diese Mischung macht Tempoverstöße wiederholbar.
| Beobachtbares Verhalten | Möglicher innerer Treiber | Typische Folge im Alltag |
|---|---|---|
| Häufiges „Mitziehen“ bei hohem Tempo | Risikobereitschaft, Sensation Seeking | Regeln wirken „verhandelbar“ |
| Spontanes Beschleunigen | Impulsivität, hohe Reagibilität | Wenig Plan, viel Reflex |
| Drängeln oder aggressives Überholen | Ärger, Stress, Emotionsabfuhr | Eskalation statt Deeskalation |
| Abtun von Warnungen | Verzerrte Risikowahrnehmung | „Mir passiert nichts“ |
Sensation Seeking und der Geschwindigkeitsrausch
Viele Vielfahrer suchen den „Geschwindigkeitsrausch“. In der Psychologie wird das oft als Sensation Seeking beschrieben. Dabei geht es um das Bedürfnis nach starken Reizen. Das schnelle Fahren liefert genau diesen Reiz, sofort und verlässlich. Dafür werden physische Risiken in Kauf genommen.

Oft werden auch soziale Risiken ausgeblendet, etwa die Gefahr für andere. Das Gefühl von Adrenalin kann wie eine Belohnung wirken. Und je häufiger man diese Belohnung erlebt, desto normaler wirkt hohes Tempo. Deshalb ist das Thema nicht nur „Disziplin“, sondern auch Bedürfnissteuerung.
| Kurzfristiger Gewinn | Typische Denkfalle | Langfristige Kosten |
|---|---|---|
| Kick, Spannung, „Wachheit“ | „Ich brauche das, sonst fahre ich langweilig“ | Gewohnheitsbildung, mehr Risiko |
| Gefühl von Stärke und Kontrolle | „Ich kann das, ich habe es im Griff“ | Überschätzung der Fähigkeiten |
| Abwechslung auf Routine-Strecken | „Nur hier ist es okay“ | Regelbruch wird kontextabhängig „erlaubt“ |
Zeitdruck, Ärger und aggressiver Fahrstil
Tempoverstöße entstehen nicht nur aus Kick-Suche. Sehr oft spielen Zeitdruck und Alltagsstress eine Rolle. Wer sich innerlich gehetzt fühlt, will die Außenwelt beschleunigen. Dann wird schneller fahren zur scheinbaren Lösung. Ärger kann das verstärken, etwa nach Konflikten oder einem schlechten Tag.
Ein aggressiver Fahrstil wird dann zum Ventil. Man „lädt“ Spannung im Verkehr ab, statt sie anders zu regulieren. Das Problem ist: Der Effekt hält nur kurz. Danach braucht es wieder das gleiche Muster. Außerdem steigt die Wahrscheinlichkeit für Eskalationen mit anderen Verkehrsteilnehmern.
| Auslöser im Alltag | Typische Reaktion am Steuer | Sinnvoller Gegenimpuls |
|---|---|---|
| „Ich bin zu spät“ | Dauerhaft 10–30 km/h drüber | Tempo-Puffer einplanen, früher starten |
| Ärger und Kränkung | Drängeln, dichtes Auffahren | Abstand vergrößern, bewusst atmen |
| Überforderung/Stress | Unruhe, impulsive Manöver | kurze Pause, Fokus auf sichere Routine |
Persönlichkeitsmerkmale und Emotionsregulation
Studien beschreiben Wiederholungstäter häufiger als impulsiv und schnell verärgert. Viele sind allgemein risikofreudiger als andere. Das zeigt sich nicht nur im Straßenverkehr. Riskantes Verhalten kann auch in anderen Lebensbereichen vorkommen.
Verkehrspsychologische Befunde sprechen bei „verkehrsauffälligen Lenkern“ von erhöhter Reagibilität. Das heißt: Reize lösen schneller starke Reaktionen aus. Dazu kommen gesteigerte Impulsivität und eine dysfunktionale emotionale Regulation. Anspannung wird dann im Verkehr „abreagiert“. Genau hier liegt ein zentraler Hebel für Veränderung.
| Merkmal | So zeigt es sich beim Fahren | Warum es Tempo fördert |
|---|---|---|
| Impulsivität | spontanes Beschleunigen, „kurz mal vorbei“ | wenig Pause zwischen Impuls und Handlung |
| Schnelle Verärgerung | aggressiver Stil, Rechthaben-Wollen | Ärger treibt Risiko nach oben |
| Risikofreude | hohe Grundgeschwindigkeit | Gefahr wird als „Preis“ akzeptiert |
| Schwache Emotionsregulation | Stressabbau über Tempo | Tempo ersetzt innere Beruhigung |
Lernen durch ausbleibende Konsequenzen
Ein besonders starkes Prinzip ist das Lernen am „Erfolg“ der Übertretung. Wer wiederholt zu schnell fährt und „gut durchkommt“, erlebt das Verhalten als wirksam. Dadurch wird es verstärkt, ähnlich wie eine Belohnung. Gleichzeitig sinkt die subjektiv wahrgenommene Gefahr.
Frühere Situationen, die trotz hoher Geschwindigkeit glimpflich verliefen, prägen die Risikowahrnehmung. Daraus entsteht schnell eine Kontrollillusion. Man überschätzt die eigene Fähigkeit und ignoriert Warnsignale. Genau deshalb wirken Appelle oft nicht. Das innere System hat „Beweise“ gesammelt, dass es klappt.
| Schritt in der Lernkette | Was innerlich passiert | Ergebnis |
|---|---|---|
| Hohe Geschwindigkeit | Erregung, Fokus, „Kick“ | Verhalten fühlt sich gut an |
| Keine direkte Strafe/kein Unfall | Erleichterung, Stolz | „Hat funktioniert“[6] |
| Wiederholung | Gewöhnung, Normalisierung | Risiko wird kleiner gefühlt[6] |
| Ignorieren von Warnungen | Kontrollüberschätzung | Muster stabilisiert sich[7] |
Warum Sanktionen allein selten wirken – und was hilft
Strafen wie Geldbußen und Punkte treffen das Verhalten, aber nicht immer das Motiv dahinter. Sie verändern die zugrunde liegenden Einstellungen oft nur oberflächlich. Manche bleiben sogar nach Unfällen beim alten Fahrstil. Das ist hart, aber psychologisch nachvollziehbar.
Denn Kick-Suche, Ärgerregulation und Kontrollillusionen bleiben bestehen. Forschung mit wiederholt auffälligen Fahrern zeigt, dass bessere Emotionsregulation riskantes Fahren eher reduziert.Dazu passen verkehrspsychologische Trainings und achtsamkeitsbasierte Interventionen. Wirksam sind Programme, die Selbstwahrnehmung, Risikoeinschätzung, Ärger- und Stressumgang sowie Werte im Straßenverkehr bearbeiten.
Besonders wichtig ist Motivationsarbeit: Erst wenn man erkennt, dass es nicht „Pech“ ist, entsteht echte Veränderung. Das ist auch der Kern vieler Verkehrstherapien und MPU-Vorbereitungen.
| Ansatz | Was er typischerweise bewirkt | Grenze/Chance |
|---|---|---|
| Reine Sanktion (Punkte, Geld) | kurzfristige Anpassung | Muster bleibt oft bestehen |
| Training zur Emotionsregulation | weniger Ärger-Spitzen, mehr Pause | gute Grundlage für dauerhaftes Tempo |
| Risikokompetenz & Selbstreflexion | realistischere Gefahreneinschätzung | reduziert Kontrollillusion |
| Werte- und Motivationsarbeit | „Warum fahre ich so?“ wird klar | schafft langfristige Stabilität |
Die Rolle des Sensation Seeking
Die Frage, warum fahren Menschen immer wieder Auto zu schnell, lässt sich oft mit dem psychologischen Konstrukt des „Sensation Seeking“ beantworten. Betroffene suchen aktiv nach starken Reizen und dem damit verbundenen Dopaminausstoß, den die Geschwindigkeit bietet.
Dieser Drang nach Stimulation überwiegt häufig die rationale Angst vor Strafen oder Unfällen. In einer MPU-Aufarbeitung ist es entscheidend, dieses Motiv zu erkennen, um alternative Wege der Stressbewältigung oder Reizsuche zu finden.
Wer versteht, dass sein Gasfuß ein biochemisches Belohnungssystem bedient, kann gezielter an seiner Impulskontrolle arbeiten und dauerhaft sicher am Straßenverkehr teilnehmen.
Der Anonymitäts-Effekt im Straßenverkehr
Ein wesentlicher Grund für das Verhalten ist die soziale Isolation innerhalb des Fahrzeugs. Wenn man sich fragt: „Warum fahren Menschen immer wieder Auto zu schnell?“, spielt die gefühlte Anonymität eine große Rolle.
Im geschützten Raum des Autos sinkt die soziale Hemmschwelle, da kein direkter Blickkontakt zu anderen Verkehrsteilnehmern besteht. Dies führt dazu, dass Regeln, die im persönlichen Miteinander selbstverständlich wären, im Straßenverkehr ignoriert werden.
Das Auto wird zum Machtinstrument, mit dem eigene Bedürfnisse rücksichtslos durchgesetzt werden. Die Reflexion dieser psychologischen Distanz ist ein wichtiger Baustein für eine positive Prognose bei der Verkehrspsychologischen Untersuchung.
Die gefährliche Falle des Gewöhnungseffekts
Die Habituation ist einer der Hauptgründe, warum Menschen immer wieder Auto zu schnell fahren. Wenn ein Fahrer hunderte Male die Geschwindigkeit überschreitet, ohne dass etwas Negatives passiert, passt sich seine Risikowahrnehmung an.
Die Gefahr wird nicht mehr als solche wahrgenommen, da das Gehirn das riskante Verhalten als „sicher“ abspeichert. Dieser Prozess führt dazu, dass die Geschwindigkeit schleichend immer weiter gesteigert wird, bis es zum Führerscheinentzug kommt.
Erst durch den erzwungenen Abstinenznachweis oder eine MPU wird dieser gefährliche Kreislauf unterbrochen. Die Aufarbeitung muss daher darauf abzielen, das reale Risiko wieder objektiv bewerten zu lernen, unabhängig von bisherigen „Glücksmomenten“.
Die physikalische Realität (Tunnelblick & Bremsweg)
Ein zentraler Grund, warum Menschen immer wieder Auto zu schnell fahren, ist die Unterschätzung physikalischer Gesetze. Mit steigendem Tempo setzt der sogenannte Tunnelblick ein: Das Gehirn blendet periphere Reize aus, wodurch Gefahren am Fahrbahnrand zu spät erkannt werden.
Zudem wächst der Bremsweg quadratisch zur Geschwindigkeit. Wer 50 km/h statt 30 km/h fährt, hat einen doppelt so langen Anhalteweg – ein Fakt, den die subjektive Wahrnehmung oft ignoriert. Diese Diskrepanz führt dazu, dass Fahrer sich fälschlicherweise sicher fühlen, während sie die Kontrolle über physikalische Grenzen längst verloren haben. Eine bewusste Auseinandersetzung mit diesen Fakten ist für eine erfolgreiche Verhaltensänderung unerlässlich.
Die Zeitspar-Illusion (Mathematik des Rasens)
Viele Autofahrer nutzen überhöhte Geschwindigkeit als vermeintliche Lösung für Zeitnot. Die Verkehrspsychologie zeigt jedoch, dass der reale Zeitgewinn meist marginal ist und in keinem Verhältnis zum Risiko steht. Auf einer Strecke von 20 Kilometern spart eine Erhöhung von 120 auf 140 km/h oft weniger als zwei Minuten, sofern kein Stau oder Ampeln den Fluss bremsen.
Dennoch suggeriert das Gehirn einen signifikanten Fortschritt. Dieses irrationale Gefühl der Effizienz verstärkt das Muster, immer wieder zu schnell zu fahren. Wer erkennt, dass Rasen lediglich den Stresspegel, aber kaum die Ankunftszeit beeinflusst, kann den inneren Druck am Gaspedal nachhaltig senken.
Der Anonymitäts-Effekt und Dehumanisierung
Das Auto fungiert im Straßenverkehr oft als isolierende Schutzhülle. Diese Anonymität führt dazu, dass Menschen im Auto Verhaltensweisen zeigen, die sie im direkten Kontakt vermeiden würden. Ohne Blickkontakt sinkt die Hemmschwelle für Aggressionen und Regelbrüche massiv; andere Verkehrsteilnehmer werden nicht mehr als Menschen, sondern als Hindernisse wahrgenommen.
Dieser Dehumanisierungs-Effekt erklärt, warum Menschen immer wieder Auto zu schnell fahren oder drängeln, ohne ein Unrechtsbewusstsein zu entwickeln. Die psychologische Rückbindung an soziale Normen und das Bewusstsein für die eigene Anonymität sind entscheidende Schritte, um die Rückfallgefahr in alte, riskante Fahrmuster zu minimieren.
Fazit
Wiederholtes Rasen ist kein „Pech“, sondern ein erlerntes Muster. Wer seinen Kick, Stress oder Ärger über das Gaspedal reguliert, unterschätzt Risiken und überschätzt Kontrolle. Genau deshalb greifen Strafen allein oft zu kurz. Wirklich wirksam wird es, wenn du dein persönliches Risikoprofil erkennst,
Auslöser wie Zeitdruck und Wut stoppst und neue Routinen einübst. Trainings, Verkehrstherapie und MPU-Vorbereitung helfen, Tempo als bewusste Entscheidung statt Reflex zu fahren. Starte klein: ein Atemzug, Blick aufs Tacho, dann langsamer – jeder Kilometer wird so sicherer.
Quellen:
- Schneller in Gesellschaft
- Bewirken Bußgelder, dass Raser nachhaltig langsamer fahren?
- Warum suchen Menschen den Geschwindigkeitsrausch?
FAQ
Warum stehlen Kinder im Kindergartenalter?
In diesem Alter ist der Eigentumsbegriff noch nicht vollständig entwickelt und Kinder handeln nach dem Lustprinzip. Sie verstehen oft noch nicht den Unterschied zwischen „Mein“ und „Dein“ im rechtlichen Sinne.
Ist Stehlen ein Zeichen für eine schlechte Erziehung?
Nein, Diebstahl ist in den meisten Fällen ein Ausdruck von Entwicklungskonflikten oder ungelösten Emotionen. Selbst Kinder aus stabilen Verhältnissen testen Grenzen aus oder reagieren auf sozialen Druck.
Wie reagiert man richtig, wenn man Diebesgut findet?
Bleiben Sie ruhig und vermeiden Sie Bezeichnungen wie „Dieb“, um das Kind nicht zu stigmatisieren. Besprechen Sie stattdessen sachlich, wie der Gegenstand zurückgegeben und der Schaden wiedergutgemacht werden kann.
Sollte man die Polizei einschalten, um das Kind abzuschrecken?
Experten raten davon ab, da dies das Vertrauensverhältnis nachhaltig schädigen kann und Kinder unter 14 Jahren ohnehin strafunmündig sind. Pädagogische Konsequenzen und Gespräche sind deutlich effektiver als polizeiliche Drohgebärden.
Warum klauen Kinder bei ihren eigenen Eltern?
Oft ist dies ein Versuch, sich Wünsche zu erfüllen, für die das Taschengeld nicht ausreicht. Manchmal steckt dahinter jedoch auch ein unbewusster Wunsch nach mehr Aufmerksamkeit oder eine Provokation.
Was ist der Unterschied zwischen Stehlen und Kleptomanie?
Normales Stehlen ist meist zielgerichtet auf einen Wunschgegenstand oder soziale Anerkennung ausgelegt. Kleptomanie hingegen ist eine seltene psychische Störung, bei der ein unkontrollierbarer innerer Zwang zum Stehlen wertloser Dinge besteht.
Wie hilft „Spiegeln“ bei Diebstahl?
Beim Spiegeln wird das Kind angeregt, sich in die Lage der Person zu versetzen, der etwas weggenommen wurde. Dies fördert die Entwicklung von Empathie und hilft dem Kind, die sozialen Folgen seines Handelns zu begreifen.
Kann Gruppenzwang Kinder zum Stehlen verleiten?
Ja, besonders in der Pubertät werden Diebstähle oft als Mutproben genutzt, um Teil einer Gruppe zu werden. Der Wunsch nach Zugehörigkeit wiegt in dieser Phase oft schwerer als moralische Bedenken.
Ab wann ist Diebstahl bei Kindern besorgniserregend?
Wenn das Stehlen regelmäßig vorkommt, das Kind keine Reue zeigt oder weitere Probleme wie Aggressivität hinzukommen, ist Aufmerksamkeit geboten. In solchen Fällen sollte professionelle Hilfe durch Kinder- und Jugendpsychologen in Betracht gezogen werden.
Wie kann man Diebstahl präventiv verhindern?
Eine offene Kommunikation über Werte und ein angemessenes Taschengeld schaffen eine gute Basis. Zudem hilft es, das Selbstvertrauen des Kindes zu stärken, damit es weniger anfällig für materiellen Neid oder Gruppendruck ist.
Georg Jelinek ist ein ausgewiesener Spezialist in der Suchtbekämpfung mit Schwerpunkt auf Drogen- und Alkoholabhängigkeit. Seine Expertise umfasst die medizinische und forensische Laboranalyse, evidenzbasierte Diagnostik sowie moderne Therapieansätze. Mit einem interdisziplinären Ansatz verbindet er wissenschaftliche Präzision mit praxisnaher Behandlung, um nachhaltige Wege aus der Abhängigkeit zu ermöglichen.
