Das menschliche Haar ist ein exzellenter Datenspeicher, vor allem in Bezug auf den Stoffwechsel. Der Konsum von Drogen oder Alkohol ist danach im Haar nachweisbar. Aufgrund von dem im Haar angereicherten Abbauprodukten ist bei einer Haaranalyse Aalkoholkonsum nachweisbar. Die Große Frage ist dabei immer „Wie bekommt man Alkohol aus den Haaren?“
verwertbare Daten natürlich wachsen können. Wer also monatelang komplett abstinent war, dann Alkohol konsumiert und am nächsten Tag eine Haarprobe zur Abstinenzkontrolle abgeben muss, dessen Testergebnis wird keine Auffälligkeiten zeigen.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Das Wichtigste in Kürze
- 1.1 Wie bekommt man Alkohol aus den Haaren?
- 1.2 Wie lange dauert es bis Alkohol im Haar ist?
- 1.3 Wie genau ist die Haaranalyse bei Alkohol?
- 1.4 Wird durch Haarefärben die Haaranalyse für Alkohol verbessert?
- 1.5 Hilft Haarewaschen, um Alkoholkonsum bei Haaranalyse zu verschleiern?
- 1.6 Welche chemische Mittel gibt es um Alkohol aus den Haaren zu waschen?
- 1.7 Welche Rolle spielen EtG- und FAEE-Grenzwerte?
- 1.8 Kann man Alkoholabbauprodukte aus dem Haar entfernen?
- 1.9 Wie reagieren Labore auf Manipulationsversuche?
- 1.10 Wie bereitet man sich richtig auf eine Haaranalyse vor?
- 1.11 Welche Alternativen gibt es zur Haaranalyse?
- 1.12 EtG und FAEEs – Die chemische Unterscheidung
- 1.13 Risiko Falsch-Positiv durch äußere Kontamination
- 1.14 Manipulationssicherheit durch B-Probe und Segmentierung
- 1.15 Fazit
- 1.16 FAQ
Das Wichtigste in Kürze
- Das menschliche Haar speichert Alkoholabbauprodukte wie Ethylglucuronid (EtG) und Fettsäureethylester (FAEE).
- Eine Haaranalyse kann Alkoholkonsum über bis zu 6 Monate zuverlässig nachweisen.
- Haarefärben oder -tönen hat keinen messbaren Einfluss auf den Nachweis – Labore erkennen Manipulationsversuche.
- Häufiges Waschen kann EtG minimal reduzieren, FAEE jedoch bleibt im Haar fest verankert.
- Chemische Behandlungen, Hitze oder Bleichmittel verändern die Haarstruktur, machen den Test aber nicht ungültig, sondern oft ungültig erklärbar.
Wie bekommt man Alkohol aus den Haaren?
Alkoholabbauprodukte wie EtG und FAEE lagern sich tief in der Haarstruktur ein und lassen sich durch Waschen, Färben oder chemische Mittel nicht vollständig entfernen. Selbst starke Bleichungen oder Hitzebehandlungen können die Haarstruktur zwar schädigen, aber keine zuverlässige Entfernung der Alkoholrückstände bewirken. Labore erkennen Manipulationen durch auffällige Haarveränderungen und werten solche Proben in der Regel nicht aus.Wie lange dauert es bis Alkohol im Haar ist?
Nach dem Konsum von Alkohol, auch in sehr kleinen Mengen, lagern sich dementsprechend Abbauprodukte im menschlichen Haar ab. Natürlich geschieht dies nicht schlagartig, daher gibt es nach wie vor unterschiedliche Möglichkeiten, den Alkoholkonsum zu überprüfen.- Im Atem ist der konsumierte Alkohol nur Stunden, dafür aber sofort nach dem Genuss nachweisbar.
- Bei Blut kann Alkohol sofort nach dem Konsum nachgewiesen werden und ist dort 2 – 3 Tage feststellbar.
- Beim Urin kann man den Alkoholkonsum bis zu 72 Stunden lang nachweisen.
Wie genau ist die Haaranalyse bei Alkohol?
Labore arbeiten heutzutage extrem genau und liefern entsprechende Ergebnisse. Schon der Konsum kleinster Mengen Alkohol, wie er zum Beispiel in Saucen, Pralinen und anderen Lebensmitteln enthalten sein kann, zeichnet sich in den Haaren ab. Allerdings kann bei der Haaranalyse auch das Trinkverhalten ermittelt werden. Gibt man etwa eine 3 Zentimeter lange Haarprobe ab, so kann das Labor dadurch Aufschluss über den Alkoholkonsum der vergangenen 3 Monate bekommen. Enthält der mittlere Zentimeter der Haarprobe auffällig viele Abbauprodukte von Alkohol, hat der Proband in besagtem Monat vergleichsweise viel Alkohol konsumiert.
Wird durch Haarefärben die Haaranalyse für Alkohol verbessert?
Eine Haaranalyse zum Nachweis einer Alkoholabstinenz wird nur dann akzeptiert, wenn der Proband ausreichend Haare mit einer Mindestlänge von 3 Zentimetern hat. Außerdem dürfen die Haare nicht getönt oder gefärbt sein. Chemisch gesehen macht das Tönen oder Färben der Haare allerdings keinen Unterschied. Die Alkoholabbauprodukte lagern sich tief im Haar ein, während die Haarfarbe oder -Tönung nur in die äußeren Schichten des Haares vordringt. Natürlich wird die Haaranalyse durch chemische Substanzen an den Haaren erschwert, daher ist die Ablehnung eines solchen Tests bei gefärbten oder getönten Haaren nachvollziehbar.Hilft Haarewaschen, um Alkoholkonsum bei Haaranalyse zu verschleiern?
Immer wieder wird berichtet, dass man durch häufiges und intensives Haarewaschen Abbauprodukte des Alkohols aus den Haaren waschen könne. Beim Abbauprodukt Ethylglucuronid (ETG) ist dies möglicherweise ansatzweise machbar. Die Substanz Fettsäureethylester (FSEE), ebenfalls ein Alkohol-Indikator, lässt sich allerdings nicht herauswaschen.Welche chemische Mittel gibt es um Alkohol aus den Haaren zu waschen?
Diese Frage wird in zahlreichen Foren diskutiert. Tatsächlich ist es zumindest theoretisch möglich, durch Hitze, Bleichmittel oder Witterungseinflüsse Einfluss auf die chemische Zusammensetzung der Haare zu nehmen. Allerdings unterscheiden sich die Haare dadurch optisch deutlich von ungefärbtem, unbehandeltem Haar. Prüfinstitute und -Labore sind angehalten, in solchen Fällen (oder bei begründetem Verdacht) keine Haaranalyse durchzuführen. In der Regel wird alternativ auf eine Urinprobe oder die Untersuchung von anderem Körperhaar (zum Beispiel Achsel- oder Schambehaarung) ausgewichen.Direktkontakt: +49 171 4107688
Hier geht zu Ihrem Abstinenznachweis
Per MAIL: Kontakt@Abstinenznachweis.com
Welche Rolle spielen EtG- und FAEE-Grenzwerte?
Die Interpretation der Ergebnisse einer Haaranalyse hängt von international festgelegten Grenzwerten ab. Für Ethylglucuronid (EtG) gilt in der Regel ein Schwellenwert von 7 pg/mg Haar als Hinweis auf regelmäßigen Alkoholkonsum. Liegt der Wert darunter, kann von Abstinenz oder sehr geringem Konsum ausgegangen werden. Fettsäureethylester (FAEE) wird ergänzend gemessen, um das Ergebnis abzusichern. Eine Kombination beider Werte erhöht die Aussagekraft, da sie verschiedene Stoffwechselwege des Alkohols abbilden. Wichtig ist, dass diese Analysen ausschließlich von akkreditierten Laboren durchgeführt werden, die nach DIN EN ISO/IEC 17025 zertifiziert sind. Nur dann werden die Ergebnisse beispielsweise von der Fahrerlaubnisbehörde im Rahmen einer MPU akzeptiert.Kann man Alkoholabbauprodukte aus dem Haar entfernen?
Trotz zahlreicher Internetmythen ist eine Entfernung von Alkoholrückständen aus dem Haar praktisch unmöglich. Die Abbauprodukte sind chemisch fest in die Haarmatrix eingebunden und werden nicht einfach durch Waschen oder Pflegeprodukte herausgelöst. Selbst aggressive Behandlungen wie Färben, Tönen oder Bleichen können die Konzentration zwar geringfügig verändern, führen aber meist zu beschädigtem Haar, das Labore leicht als manipuliert erkennen. Zudem prüfen Gutachter neben den chemischen Werten auch die Haarstruktur unter dem Mikroskop. Auffällige Schäden oder unnatürliche Veränderungen führen häufig dazu, dass das Ergebnis als „nicht verwertbar“ gilt. Damit ist der Versuch, Alkoholreste zu entfernen, letztlich kontraproduktiv.Wie reagieren Labore auf Manipulationsversuche?
Akkreditierte Labore sind geschult, Manipulationen schnell zu erkennen. Dazu gehören unnatürlich verfärbte Haarspitzen, strukturelle Schäden oder eine fehlende Gleichmäßigkeit der Proben. In solchen Fällen kann das Labor die Analyse ablehnen oder die Probe als „nicht auswertbar“ kennzeichnen. Bei begründetem Verdacht auf Manipulation wird häufig eine alternative Probe angefordert – etwa Körperhaar, Fingernägel oder Urin. Auch dokumentierte Färbungen oder chemische Behandlungen müssen vorab angegeben werden, da sonst der Verdacht auf Täuschung besteht. Behörden wie die Fahrerlaubnisstelle sehen dies als Verstoß gegen die Auflagen einer Abstinenzkontrolle an. Wer langfristig glaubwürdig seine Abstinenz nachweisen möchte, sollte daher auf Transparenz und fachgerechte Probenabgabe achten.Wie bereitet man sich richtig auf eine Haaranalyse vor?
Wer eine Haaranalyse im Rahmen einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) oder als Abstinenznachweis durchführen lassen muss, sollte rechtzeitig planen. Da das Haar etwa einen Zentimeter pro Monat wächst, sind für sechs Monate Abstinenz rund sechs Zentimeter Haarlänge erforderlich. Die Haare sollten unbehandelt, also weder getönt noch gefärbt sein. Auch übermäßige Pflegeprodukte oder Haarsprays sind vor der Entnahme zu vermeiden, um Verunreinigungen auszuschließen. Empfehlenswert ist eine mindestens dreiwöchige Abstinenz vor der Probenahme, wenn ein früherer Konsum nicht ausgeschlossen werden kann. Die Probe sollte ausschließlich von geschultem Personal unter Aufsicht entnommen und dokumentiert werden, um die rechtliche Gültigkeit sicherzustellen.Welche Alternativen gibt es zur Haaranalyse?
Wenn eine Haaranalyse nicht möglich ist – etwa bei sehr kurzen Haaren oder bei Verdacht auf Manipulation –, bieten sich alternative Testverfahren an. Urintests sind die gängigste Variante, um kurzfristigen Alkoholkonsum nachzuweisen. Diese können über mehrere Wochen in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden, um Abstinenz zu belegen. Auch Fingernägel werden zunehmend als Langzeitspeicher untersucht, da sie ähnlich wie Haare Stoffwechselprodukte einlagern. Bei allen Methoden gilt jedoch: Nur Analysen, die von zertifizierten Laboren durchgeführt und dokumentiert werden, sind für behördliche Nachweise gültig. Wer eine MPU anstrebt, sollte sich vorab bei der Begutachtungsstelle über akzeptierte Nachweisformen informieren.EtG und FAEEs – Die chemische Unterscheidung
Die Frage, wie man Alkohol aus den Haaren bekommt, muss die chemische Einlagerung von zwei verschiedenen Markern berücksichtigen: Ethylglucuronid (EtG) und Fettsäureethylester (FAEEs). EtG ist der wasserlösliche Marker, der durch starkes Waschen potenziell abgebaut oder aus den Haaren herausgewaschen werden kann; dies wird von Laboren jedoch einkalkuliert. FAEEs hingegen sind fettlösliche Marker, die primär den exzessiven Konsum belegen und wesentlich resistenter gegen Auswaschversuche sind. Nur wenn beide Marker in die Analyse einbezogen werden, erhält das MPU-Gutachten die erforderliche forensische Sicherheit.Risiko Falsch-Positiv durch äußere Kontamination
Wer Alkohol aus den Haaren entfernen möchte, sollte wissen, dass ein positiver Befund nicht immer auf Konsum zurückzuführen ist. Der Marker EtG kann auch durch externe Kontamination in das Haar gelangen, etwa durch den längeren Aufenthalt in Räumen mit hoher Alkoholkonzentration in der Luft (z.B. in Destillerien oder bei häufigem Gebrauch von Desinfektionsmitteln). Ein solcher falsch-positiver Befund muss im Labor durch spezielle Waschschritte ausgeschlossen werden. Sollten Sie beruflich stark exponiert sein, informieren Sie bitte das Labor vor der Probenabnahme, um die Analyse gegebenenfalls anzupassen.Manipulationssicherheit durch B-Probe und Segmentierung
Das Verfahren, um festzustellen, wie man Alkohol aus den Haaren bekommt, ist durch strenge Richtlinien (CTU-Kriterien) abgesichert, welche die Manipulationssicherheit gewährleisten. Nach der Entnahme am Hinterkopf wird die Probe im Labor zunächst in Segmente unterteilt und intensiven Waschschritten unterzogen, um oberflächliche Kontaminationen zu entfernen. Zusätzlich wird immer eine sogenannte B-Probe asserviert, die im Falle eines positiven Ergebnisses auf Wunsch des Probanden zur Gegenanalyse in einem anderen Labor verwendet werden kann. Dieser standardisierte Prozess stellt sicher, dass das Ergebnis forensisch verwertbar und gerichtlich haltbar ist.Fazit
Alkohol lässt sich im Haar über Monate hinweg zuverlässig nachweisen. Versuche, die Analyse durch Färben oder Waschen zu manipulieren, sind ineffektiv und leicht erkennbar. Nur durch nachweislich alkoholfreies Verhalten über einen längeren Zeitraum kann ein negatives Ergebnis erzielt werden. Wer seine Abstinenz belegen muss, sollte sich frühzeitig an ein anerkanntes Labor wenden und auf Transparenz setzen – so bleibt das Ergebnis glaubwürdig und rechtssicher. Quellen- Haaranalytik: Charité – Universitätsmedizin Berlin
- Die Haarprobe als Untersuchungsmatrix zur Beurteilung der Fahreignung nach Drogenkonsum
- Informationen zu Haaranalysen nach CTU-Kriterien
Guten Tag
Um einen Abstinenznach wegen Alkohol im Straßenverkehr zu erbringen,habe ich mich für die Haaranalyse entschieden,da das zeitlich besser planbar ist.Am 25.August 2022 habe
ich den letzten Alkohol getrunken und auch keine anderen alkoholischen Lebensmittel verzehrt.Am 5. Dezember nach etwas über drei Monaten wurde mir bei Nord Kurs Göttingen
die erste Haarprobe entnommen und ins Labor geschickt.Zwei Wochen später kam das Ergebnis 63,8 pg/mg was auf einen regelmäßigen Konsum von größeren Mengen Alkohol
spricht,Nun stellt sich mir die Frage wie kann das sein,und machen weitere Haaranalysen überhaupt einen Sinn.
M.f.G.
Jürgen Wolter