Wer den Begriff „Idiotentest“ hört, meint fast immer die
MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung). Sie wird vor allem dann relevant, wenn der Führerschein wegen eines schwerwiegenden Verkehrsdelikts entzogen wurde und man ihn
neu beantragen will. In einzelnen Fällen kann die MPU auch beim
erstmaligen Erwerb der Fahrerlaubnis verlangt werden.
Ziel ist immer gleich: Die Behörde will sicherstellen, dass von der betroffenen Person
keine Gefahr im Straßenverkehr ausgeht. Bei kleineren Vergehen bleibt es dagegen meist beim Bußgeld. Manchmal wird die Fahrerlaubnis auch nur
vorübergehend entzogen, ohne dass automatisch eine MPU angeordnet wird.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine MPU („Idiotentest“) wird meist fällig, wenn du den Führerschein nach Entzug wieder neu beantragen willst.
- Die MPU soll prüfen, ob du körperlich und geistig geeignet bist, wieder sicher zu fahren.
- Häufige Auslöser sind Alkohol, Drogen, wiederholte Verstöße oder relevante Straftaten im Verkehr.
- Über die MPU entscheidet die Fahrerlaubnisbehörde/Führerscheinstelle, nicht die Polizei.
- Kosten liegen oft bei 350 bis 750 Euro, plus ggf. Ausgaben für Vorbereitung, Gutachten oder Beratung.
Wann muss man einen Idiotentest (MPU) machen?
Wenn die Fahrerlaubnisbehörde wegen erheblicher Zweifel an deiner Fahreignung eine MPU anordnet – besonders nach Führerscheinentzug (z. B. Alkohol/Drogen/mehrfachen Verstößen) und du den Führerschein wieder
neu beantragen möchtest.
Wann wird der Idiotentest überhaupt fällig?
Ein Idiotentest ist in der Regel dann nötig, wenn der Führerschein wegen eines schwerwiegenden Delikts weg ist und du ihn
zurückhaben willst. Dann prüft die Behörde vor der Neuerteilung, ob du wieder sicher fahren kannst. In manchen Fällen kann die MPU auch verlangt werden, wenn du den Führerschein
zum ersten Mal machen möchtest.
Der Hintergrund ist immer die gleiche Frage: Bestehen
Zweifel an der Fahreignung? Bei kleineren Vergehen reicht häufig ein Bußgeld, und es bleibt ohne MPU. Manchmal gibt es auch nur einen
temporären Entzug der Fahrerlaubnis,
ebenfalls ohne MPU-Anordnung. Wichtig ist: Die MPU ist kein „Strafprozess“, sondern eine Eignungsprüfung. Sie soll verhindern, dass riskantes Verhalten erneut zu Unfällen oder Gefahren führt.
| Situation |
Was passiert oft? |
MPU zwingend? |
| Kleiner Verstoß |
Bußgeld, evtl. Punkte |
Meist nein |
| Schweres Delikt mit Entzug |
Neuerteilung nur nach Prüfung |
Häufig ja |
| Zeitweiser Entzug |
Fahrerlaubnis kommt später zurück |
Nicht automatisch |
| Erster Führerscheinerwerb mit Zweifeln |
Eignungsprüfung möglich |
In Einzelfällen |
In welchen Fällen muss man eine MPU machen?
Ob du zur MPU musst, ist grundsätzlich eine
Ermessensentscheidung der Behörde. Trotzdem gibt es typische Konstellationen, in denen du beim Neuerteilen des Führerscheins kaum daran vorbeikommst. Ein Klassiker ist
massiver Alkoholmissbrauch, etwa mit
mehr als 1,6 Promille Blutalkohol. Auch
wiederholter Alkoholgenuss im Straßenverkehr kann zur MPU führen. Gleiches gilt für Fahrten unter
Drogeneinfluss.
Außerdem spielen
häufig nachgewiesene Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung eine große Rolle. In der Probezeit können
mehrere nachgewiesene StVO-Verstöße das Risiko deutlich erhöhen. Ebenso relevant sind
erwiesenermaßen begangene Straftaten mit Verkehrsbezug. Und auch eine
Krankheit, die das sichere Fahren beeinträchtigen kann, kann ein Anlass sein.
| Typischer Auslöser |
Beispiel |
Warum kritisch? |
| Alkohol |
> 1,6 ‰ oder wiederholt |
Hohe Rückfall- und Gefährdungsgefahr |
| Drogen |
Fahrt unter Einfluss |
Unberechenbare Fahrleistung |
| Viele Verstöße |
wiederholt StVO gebrochen |
Muster statt Einzelfall |
| Probezeit-Verstöße |
mehrfach auffällig |
Früh erkennbares Risikoverhalten |
| Verkehrsrelevante Straftat |
z. B. grob verkehrsgefährdend |
Eignungszweifel durch Tat |
| Krankheit |
fahrtüchtigkeitsrelevant |
Körper/Geist evtl. eingeschränkt |
Wer entscheidet über die MPU und wie läuft das Verfahren an?
Die Polizei kann den Führerschein bei Alkohol oder Drogen
unmittelbar sicherstellen oder Maßnahmen einleiten. Aber die Entscheidung, ob du später eine MPU machen musst, trifft die
zuständige Führerscheinstelle. Dort wird das Verfahren anhand der Akten bewertet, also auch anhand des
Polizeiprotokolls.
Die Behörde prüft, wie schwer das Delikt war und ob dadurch ernsthafte Eignungszweifel entstehen. Danach legt sie fest, ob eine MPU erforderlich ist. Zusätzlich kann sie weitere Auflagen anordnen. Dazu gehört zum Beispiel ein
Abstinenznachweis bei Alkohol- oder Drogendelikten.
Auch eine
Führerscheinnachschulung kann möglich sein, etwa bei zu vielen Punkten in Flensburg. Wer noch in der Probezeit ist und wiederholt auffällt, muss ebenfalls mit einer MPU rechnen. Am Ende bekommst du dazu in der Regel einen
schriftlichen Bescheid, der die Gründe und das Vorgehen erklärt.
Welche Gründe stecken hinter der MPU-Pflicht?
Im öffentlichen Straßenverkehr gilt: Wer ein Kraftfahrzeug steuert, muss einen gültigen Führerschein haben und
körperlich wie geistig fahrtüchtig sein. Genau hier setzt die MPU an. Alkohol kann die Wahrnehmung stark verändern, und das passiert oft schneller, als man denkt.
Drogen oder bestimmte
Medikamente können Reaktion und Konzentration zusätzlich schwächen. Manche Krankheiten können ebenfalls riskant sein, etwa wenn sie zu Aussetzern oder starken Einschränkungen führen. Wer trotz solcher Anzeichen fährt, begeht mindestens eine
Ordnungswidrigkeit und unter Umständen sogar eine
Straftat.
Bei Kontrollen oder nach einem Unfall kommen diese Punkte besonders schnell ans Licht. Dann kann der Führerschein entzogen werden, und eine MPU wird zum Thema. Die Behörde will damit nicht „bestrafen“, sondern eine
fundierte Eignungsentscheidung treffen.
Wie ist der Idiotentest aufgebaut und welche Fragen sind typisch?
Die MPU besteht aus drei Bausteinen, die zusammen ein Gesamtbild liefern. Zuerst gibt es einen
medizinischen Teil, der körperliche Risiken prüft, etwa Hinweise auf Alkohol- oder Drogenmissbrauch. Danach folgt der
psychologische Teil, der dein Verhalten und deine Einstellung zum Fahren bewertet.
Hier geht es oft darum, ob du Ursachen verstanden hast und was du konkret verändert hast. Zusätzlich gibt es
Leistungstests, etwa zu Reaktionszeit, Konzentration und Belastbarkeit. Diese Tests sollen zeigen, ob du in Stresssituationen im Straßenverkehr stabil bleibst. Ein Praxistipp: Häufige Fragen drehen sich um das frühere Fehlverhalten, Auslöser, Einsicht und deinen Plan für die Zukunft.
Du solltest nachvollziehbar erklären können, wie du Rückfälle vermeidest. Wichtig ist auch, dass deine Aussagen zu Nachweisen und Lebensstil passen. So entsteht am Ende eine umfassende Bewertung der Fahreignung.
| MPU-Teil |
Was wird geprüft? |
Ziel |
| Medizinisch |
Gesundheit, Konsummuster, Befunde |
Risiken erkennen |
| Psychologisch |
Verhalten, Einsicht, Veränderung |
Rückfallgefahr bewerten |
| Leistungstests |
Reaktion, Konzentration, Belastbarkeit |
Fahrsicherheit einschätzen |
Durchfallen, Kosten und wann die MPU wirklich „Pflicht“ ist
Viele wissen nicht: Die MPU ist grundsätzlich nur dann verpflichtend, wenn du den Führerschein
wieder beantragen möchtest. Wenn du keine Neuerteilung willst, musst du die MPU nicht absolvieren. Trotzdem können andere Folgen bleiben, etwa Bußgeld oder weitere Auflagen. Beim Führerschein selbst gilt: Man darf Prüfungen zwar mehrfach wiederholen.
Aber nach
drei aufeinanderfolgenden Misserfolgen kann eine MPU angeordnet werden, um die Ursachen zu klären. Das soll sicherstellen, dass Wissen und Fähigkeiten wirklich reichen. Bei den Kosten solltest du realistisch planen, denn sie können spürbar sein. Für die MPU selbst werden oft
350 bis 750 Euro genannt.
Dazu kommen je nach Fall Vorbereitungskurse, ärztliche Gutachten oder Beratung. Eine gute Vorbereitung kann die Chancen erhöhen und verhindert teure Wiederholungen. Wer früh strukturiert vorgeht, spart oft am Ende Zeit, Geld und Nerven.
MPU wegen Punkten und Straftaten
Nicht nur Alkohol und Drogen: Der „Idiotentest“ wegen Punkten Die Frage
„Wann muss man einen Idiotentest machen?“ bezieht sich nicht nur auf Rauschmittel. Auch wer beharrlich gegen Verkehrsregeln verstößt und
8 Punkte in Flensburg erreicht, verliert die Fahrerlaubnis und muss zur MPU.
Hierbei steht nicht die körperliche Abhängigkeit im Fokus, sondern die charakterliche Eignung und die Einstellung zum Rechtssystem. Ebenso können Straftaten im Straßenverkehr (z.B. Nötigung, Unfallflucht) oder hohe Aggressivität (z.B. Schlägereien außerhalb des Straßenverkehrs) dazu führen, dass die Behörde an Ihrer Fahreignung zweifelt und eine Untersuchung anordnet.
Begriffsklärung „Idiotentest“
Warum heißt es eigentlich „Idiotentest“? Der Begriff „Idiotentest“ hält sich hartnäckig im Volksmund, ist aber irreführend und diskriminierend. Ursprünglich entstand er in den 1950er Jahren, als Personen, die mehrfach durch die Führerscheinprüfung fielen, psychologisch begutachtet wurden. Heute ist die
Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) ein hochkomplexes Verfahren zur Verkehrssicherheit.
Es geht nicht um Intelligenz (daher kein Test für „Idioten“), sondern um Einsicht, Verhaltensänderung und Prognose. Wer die MPU bestehen will, muss beweisen, dass er sein Fehlverhalten verstanden und dauerhaft abgestellt hat – oft belegt durch einen
Abstinenznachweis.
Behördliche Anordnung
Wer entscheidet, wann der Test fällig ist? Die Entscheidung,
wann man einen Idiotentest machen muss, trifft allein die lokale Fahrerlaubnisbehörde (Führerscheinstelle), nicht die Polizei oder der TÜV. Sobald Zweifel an Ihrer Fahreignung bestehen – sei es durch einen Promillewert ab 1,1 (in manchen Bundesländern) oder 1,6 Promille, Drogenauffälligkeit oder Punkte – erhalten Sie eine Anordnung zur Beibringung eines Gutachtens.
Wichtig für Sie: Die Behörde legt fest,
dass Sie zur MPU müssen, aber Sie dürfen frei wählen, bei welcher akkreditierten Begutachtungsstelle Sie die Untersuchung ablegen.
Fazit
Die wichtigste Frage lautet:
Wann muss man einen Idiotentest machen? Fast immer dann, wenn die Fahrerlaubnisbehörde nach einem Entzug ernsthafte Zweifel an deiner Fahreignung sieht und du den Führerschein neu beantragen willst. Typische Auslöser sind Alkohol, Drogen, viele Verstöße oder verkehrsrelevante Straftaten. Verstehst du Ablauf, Bausteine und Auflagen, bist du klar im Vorteil. Plane außerdem Kosten und Nachweise früh ein. So erhöhst du deine Chance, schneller wieder legal zu fahren.
Quellen:
- Die Anordnung der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung wegen Verstößen gegen das Verkehrsrecht und Strafgesetze
- Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU)
- MPU: Alle wichtigen Infos
FAQ
Ab wie viel Promille muss man einen Idiotentest machen?
In der Regel wird die MPU ab 1,6 Promille Alkohol im Blut angeordnet. In einigen Bundesländern oder bei Ausfallerscheinungen kann die Anordnung jedoch bereits ab 1,1 Promille erfolgen, insbesondere bei Wiederholungstaten.
Muss ich bei Drogen am Steuer sofort zur MPU?
Bei harten Drogen (Kokain, Heroin, Amphetamine) führt schon der einmalige Nachweis im Blut zum Entzug der Fahrerlaubnis und zur MPU-Anordnung. Bei Cannabis gelten seit der Gesetzesänderung 2024 differenzierte Grenzwerte, wobei regelmäßiger Missbrauch weiterhin zur MPU führt.
Ist ein Abstinenznachweis immer Pflicht für den „Idiotentest“?
Nein, nicht immer. Ein Abstinenznachweis ist zwingend bei Drogen- und Alkoholsucht oder fortgeschrittenem Missbrauch. Bei einer MPU wegen Punkten oder Straftaten ist er meist nicht erforderlich, es sei denn, Aggression war mit Alkohol verknüpft.
Wie viel kostet es, einen Idiotentest zu machen?
Die Kosten für die MPU selbst variieren je nach Delikt und Anbieter zwischen ca. 400 € und 800 €. Hinzu kommen Kosten für
Abstinenznachweise, Vorbereitungskurse und Neuantrag, sodass Gesamtkosten von 1.500 € bis 3.000 € entstehen können.
Kann ich den Idiotentest umgehen?
Die einzige legale Möglichkeit, die MPU zu umgehen, ist das Abwarten der Verjährungsfrist von 10 bis 15 Jahren nach Entzug der Fahrerlaubnis. In dieser Zeit dürfen Sie kein fahrerlaubnispflichtiges Fahrzeug führen.
Wann muss man wegen Punkten zur MPU?
Sobald Sie 8 Punkte im Fahreignungsregister in Flensburg erreichen, wird die Fahrerlaubnis entzogen. Um sie wiederzuerlangen, ist eine positive MPU zwingend erforderlich, um Ihre charakterliche Eignung zu beweisen.
Wie lange dauert die Vorbereitung auf die MPU?
Eine seriöse Vorbereitung sollte so früh wie möglich beginnen, idealerweise direkt nach dem Delikt. Bei notwendigen Abstinenznachweisen (6 oder 12 Monate) gibt dies den Zeitrahmen vor; die psychologische Aufarbeitung läuft parallel dazu.
Was passiert, wenn ich durch den Idiotentest falle?
Bei einem negativen Gutachten erhalten Sie Ihren Führerschein nicht zurück. Sie müssen die Kritikpunkte aus dem Gutachten aufarbeiten, die Sperrfrist abwarten und können die MPU dann (kostenpflichtig) wiederholen.
Gilt der „Idiotentest“ auch für Fahrradfahrer?
Ja, auch Fahrradfahrer können zur MPU gezwungen werden, wenn sie mit 1,6 Promille oder mehr auffallen oder unter Drogeneinfluss fahren. Wer das Gutachten nicht beibringt, dem kann das Führen von Kraftfahrzeugen (auch zukünftig) untersagt werden.
Wo kann ich den Idiotentest machen?
Sie können die Begutachtungsstelle für Fahreignung (BfF) frei wählen. Bekannte Anbieter sind z.B. TÜV SÜD, TÜV NORD, DEKRA oder PIMA. Wichtig ist, dass die Stelle amtlich anerkannt ist.