Rund um die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) kursieren viele Mythen. Eine der häufigsten Fragen lautet: Kann man die MPU ohne Abstinenznachweis bestehen? Die nüchterne Antwort ist: Es kommt darauf an, was die Behörde und die Begutachtungsstelle in Ihrem Fall verlangen. Die MPU prüft nicht nur, ob Sie „heute“ fahrtüchtig sind. Sie soll einen generellen Eindruck liefern, ob Sie körperlich und geistig dauerhaft geeignet sind, ein Fahrzeug zu führen. Genau deshalb spielt Ihr Konsumverhalten bei Alkohol oder Drogen eine zentrale Rolle.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Das Wichtigste in Kürze
- 2 Ist das Bestehen der MPU ohne Abstinenznachweis möglich?
- 2.1 MPU ohne Abstinenznachweis: Was ist wirklich möglich?
- 2.2 Woher weiß ich, ob ich Abstinenz nachweisen muss?
- 2.3 Wer ordnet den Abstinenznachweis an und wie wird entschieden?
- 2.4 Wann wird Abstinenz typischerweise verlangt?
- 2.5 Dauer der Abstinenz: Wer legt 6 oder 12 Monate fest?
- 2.6 So läuft der Abstinenznachweis ab: Urin, Haare und Fristen
- 2.7 Wie lange dauert es, bis ich zur MPU kann?
- 2.8 Kontrolliertes Trinken (KT)
- 2.9 Unterscheidung nach Deliktgruppen
- 2.10 Die Beweislast im psychologischen Gespräch
- 3 Fazit
Das Wichtigste in Kürze
- Die MPU ist keine Momentaufnahme, sondern bewertet Ihre generelle Fahreignung über einen längeren Zeitraum.
- Ein Abstinenznachweis ist kein automatischer Bestandteil der MPU, kann aber verpflichtend angeordnet werden.
- Häufig wird Abstinenz verlangt, wenn 1,6 Promille oder mehr gemessen wurden, bei wiederholten Alkoholfahrten oder bei offenkundiger Abhängigkeit.
- Bei Drogen gilt: Bei „harten Drogen“ wird oft von einer Suchtproblematik ausgegangen, wodurch Abstinenz meist zwingend wird.
- Ist Abstinenz angeordnet, muss der Nachweis zu Beginn der MPU vorliegen – die MPU ist dann oft erst nach 6 oder 12 Monaten möglich.
Ist das Bestehen der MPU ohne Abstinenznachweis möglich?
Ja, das kann möglich sein, wenn kein Abstinenznachweis angeordnet wurde oder eine kontrollierte Trinkweise als Verhaltensänderung anerkannt wird. Sobald die Fahrerlaubnisbehörde jedoch Abstinenz verlangt, muss der Nachweis in der Regel vor dem MPU-Termin vorliegen.
MPU ohne Abstinenznachweis: Was ist wirklich möglich?
Viele Betroffene hoffen, die MPU ohne Abstinenznachweis zu bestehen. Das ist nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Denn die MPU ist zuerst ein Instrument zur Prüfung der Fahreignung. Dabei geht es um Ihre körperliche und geistige Eignung, ein Fahrzeug zu führen.
Wichtig ist: Es zählt nicht nur ein einzelner Tag, sondern ein genereller Eindruck über Ihr Verhalten. Wer gelegentlich Alkohol trinkt, ist nach großen Mengen natürlich kurzfristig nicht fahrtüchtig. Trotzdem kann die generelle Fahreignung intakt sein, wenn der Konsum klar vom Fahren getrennt wird. Anders ist es bei Personen, bei denen man davon ausgehen muss, dass sie häufig alkoholisiert fahren.
Bei notorischem Alkoholmissbrauch oder Abhängigkeit wird deshalb oft zusätzlich Abstinenz gefordert. Dann ist die MPU zwar weiterhin das Prüfverfahren, aber der Abstinenznachweis wird zum entscheidenden Baustein.
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Woher weiß ich, ob ich Abstinenz nachweisen muss?
Ob Sie Abstinenz nachweisen müssen, zeigt sich meist im Ablauf nach der Kontrolle. Wer den Führerschein wegen Auffälligkeiten abgeben muss, erfährt die Gründe oft schon vor Ort. Ein häufiger Grund ist stark überhöhte Geschwindigkeit. In vielen Fällen folgt dann „nur“ ein temporärer Entzug, meist mit Geldstrafe.
Weitere Auflagen wie eine MPU sind dann normalerweise nicht zu erwarten. Anders ist es bei Alkohol oder Drogen. Dann wird der Führerschein oft sofort durch die Beamten eingezogen, und die Weiterfahrt ist unmittelbar untersagt. Danach wird der Fall genauer geprüft, und es gibt eine Befragung der Beamten sowie die Möglichkeit zur eigenen Stellungnahme.
Anschließend werden die Auflagen schriftlich festgelegt und Ihnen per Einschreiben zugestellt. So soll sichergestellt werden, dass Sie die Anordnung wirklich erhalten.

Welche Punkte typischerweise schriftlich festgelegt werden
| Bestandteil der Entscheidung | Was dazu gehört |
|---|---|
| Entzugsdauer | Wie lange der Führerschein entzogen bleibt |
| Abgabe-Zeitraum | Ob Sie den Zeitraum für die Abgabe mitbestimmen dürfen |
| Geldstrafe | Höhe der zusätzlich zu zahlenden Strafe |
| Punkte | Anzahl der Punkte in Flensburg |
| Abstinenzfrage | Ob ein Abstinenznachweis erforderlich ist |
Wer ordnet den Abstinenznachweis an und wie wird entschieden?
Die Anordnung eines Abstinenznachweises kommt nicht „zufällig“ zustande. Zuständig ist in der Regel die Fahrerlaubnisbehörde Ihrer Kommune oder Ihres Landkreises. Diese Stelle bewertet, ob Alkohol- oder Drogenkonsum und Straßenverkehr sicher getrennt werden.
Entscheidend ist also das Risiko, dass jemand erneut unter Einfluss fährt. Wenn die Behörde zu dem Schluss kommt, dass diese Trennung nicht zuverlässig klappt, wird Abstinenz zusätzlich zur MPU verlangt. Wichtig ist auch: Die genauen Voraussetzungen können im Ermessen der Behörde liegen. Eine einmalige Alkoholfahrt muss daher nicht automatisch einen Abstinenznachweis bedeuten.
Aber wenn weitere Delikte aktenkundig sind, steigt die Wahrscheinlichkeit deutlich. Bei Drogen wird häufig strenger entschieden als bei Alkohol. Und bei harten Drogen wird oft grundsätzlich von einer Suchtproblematik ausgegangen. Erst mit einem belegten Abstinenznachweis wird dann behördlich angenommen, dass jemand dauerhaft „clean“ und wieder geeignet ist.
Wann wird Abstinenz typischerweise verlangt?
Es gibt typische Konstellationen, in denen Abstinenz besonders häufig eingefordert wird. Ein zentraler Grenzwert ist ein Blutalkoholwert von 1,6 Promille oder mehr. Auch mehrere dokumentierte Fahrten unter Alkoholeinfluss erhöhen den Druck. Ebenso relevant ist eine offenkundige Alkoholabhängigkeit oder eine bereits vorliegende Diagnose.
In solchen Fällen gilt ein Abstinenznachweis oft als logische Ergänzung zur MPU. Bei Drogen kennen die Behörden laut Text meistens noch weniger Pardon. Cannabis kann im Einzelfall milder bewertet werden, wenn der Konsum nachweislich anders eingeordnet wird. Bei harten Drogen wie Kokain, Heroin oder Crystal Meth wird hingegen häufig eine grundlegende Nichteignung angenommen.
Deshalb wird hier Abstinenz praktisch zum Schlüssel, um überhaupt wieder eine Chance zu haben. Wichtig bleibt: Nicht jeder Führerscheinentzug führt automatisch zur MPU oder zur Abstinenzpflicht, aber bei Alkohol und Drogen ist das Risiko deutlich höher.
Typische Gründe für die Forderung eines Abstinenznachweises
| Auslöser | Warum das relevant ist |
|---|---|
| ≥ 1,6 Promille bei der Fahrt | spricht für hohes Risiko und fehlende Trennung von Konsum und Fahren |
| Wiederholte Alkoholfahrten | dokumentierte Rückfallgefahr und Muster |
| Offenkundige Abhängigkeit / Diagnose | dauerhafte Eignungszweifel |
| Drogeneinfluss-Fahrt | meist strenge Bewertung, oft direkte Zweifel an Fahreignung |
| Harte Drogen (z. B. Kokain, Heroin, Crystal Meth) | häufig Annahme einer Suchtproblematik |
Dauer der Abstinenz: Wer legt 6 oder 12 Monate fest?
Die Dauer der Abstinenz wird ebenfalls von der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde festgelegt. Häufig werden 6 oder 12 Monate angesetzt. In dieser Zeit muss Abstinenz durch unregelmäßige Kontrollen belegt werden. Dabei gilt: Der Abstinenznachweis soll keine zusätzliche Strafe sein.
Er soll ein klares Bild liefern, ob jemand generell geeignet ist, ein Kraftfahrzeug zu führen. Die Strafe für das Verkehrsdelikt ist nach dieser Logik bereits durch Führerscheinentzug und Geldzahlung abgegolten. Deshalb soll der Zeitraum nicht künstlich verlängert werden. Auch persönliche Antipathie soll keine Rolle spielen, weil der Gutachter die betroffene Person meist gar nicht kennt.
Entscheidend ist also die Verhältnismäßigkeit und die Risikoeinschätzung. Und genau daran orientiert sich, ob eher 6 oder eher 12 Monate verlangt werden.
So läuft der Abstinenznachweis ab: Urin, Haare und Fristen
Wenn Abstinenz angeordnet ist, wird sie meist über Urinkontrollen oder Haaranalysen nachgewiesen. Leberwerte könnten zwar ebenfalls geprüft werden, das passiert in der Praxis laut Text aber eher selten. Zuerst wird der Zeitraum festgelegt, über den Sie Abstinenz belegen müssen.
In diesem Zeitraum finden mehrere Tests statt, die Alkohol- oder Drogenrückstände chemisch-toxikologisch prüfen. Bei Urinkontrollen sind die Termine oft sehr kurzfristig. Das ist bewusst so, damit man sich nicht nur „kurz“ vorbereitet und danach wieder konsumiert. Für 6 Monate sind insgesamt 4 Urinproben vorgesehen, für 12 Monate 6 Proben. Bei Haaranalysen braucht man ausreichend Kopfhaar. Es werden zwei bleistiftdicke Strähnen mit mindestens 3 Zentimetern Länge entnommen.
Haare dürfen nicht gefärbt oder gebleicht sein, weil das das Ergebnis verfälschen kann. Wichtig ist außerdem die zeitliche Planung: Wenn Abstinenz gefordert ist, muss der Nachweis bei Beginn der MPU vorliegen. Das bedeutet oft, dass die MPU erst nach 6 oder 12 Monaten möglich ist. Falls die Abstinenz nicht bestätigt wird, kann der Nachweis wiederholt werden, bevor man erneut zur MPU antritt.
Ablauf im Überblick
| Methode | Typischer Umfang | Wichtige Besonderheit |
|---|---|---|
| Urinkontrollen | 6 Monate: 4 Proben / 12 Monate: 6 Proben | Termine kurzfristig, damit keine „Kurzzeit-Abstinenz“ reicht |
| Haaranalyse | Strähnen ≥ 3 cm, zwei bleistiftdicke Strähnen | nicht färben/bleichen, Nachweis über Monate möglich |
| Leberwerte | eher selten genutzt | ergänzend möglich, aber nicht Standard laut Text |
Wie lange dauert es, bis ich zur MPU kann?
Wenn die MPU ohne Abstinenznachweis angeordnet wird, können Sie nach dem behördlichen Schreiben direkt teilnehmen. Eine Wartezeit ist dann nicht nötig. Wenn Abstinenz angeordnet ist, brauchen Sie erst den vollständigen Nachweis.
Dann verschiebt sich der MPU-Termin meist um 6 oder 12 Monate. Nach erfolgreicher Abstinenzkontrolle erhalten Sie ein Schriftstück, das im MPU-Verfahren anerkannt wird. Trotzdem heißt das nicht automatisch, dass die MPU damit bestanden ist. Denn die MPU bewertet weiterhin Ihre generelle Eignung und Ihre glaubhafte Verhaltensänderung.
Ein Abstinenznachweis ist nicht immer erforderlich, weil die Gründe und Vorgeschichten unterschiedlich sind. In manchen Fällen kann auch eine kontrollierte Trinkweise als Veränderungsnachweis akzeptiert werden. Über die Notwendigkeit entscheidet in der Regel die Begutachtung im Kontext Ihrer Vorgeschichte und Rückfallgefahr. Ein halbes Jahr Abstinenz kann genügen, wenn das Vergehen weniger schwer eingestuft wird und die Änderung glaubhaft wirkt.
Eine Alternative kann die kontrollierte Trinkweise sein, erfordert aber Kontrollen und gute Dokumentation. Der gesamte Prozess dauert oft mehrere Monate, weil Vorbereitung, Nachweiszeiten und Terminierung zusammenkommen.
Kontrolliertes Trinken (KT)
Kontrolliertes Trinken: Die Alternative zur totalen Abstinenz Eine MPU ohne Abstinenznachweis ist bei alkoholbedingten Fragestellungen oft möglich, wenn Sie das „Kontrollierte Trinken“ (KT) glaubhaft belegen können. Dies gilt meist für Fälle, in denen noch keine schwere Alkoholabhängigkeit diagnostiziert wurde. Statt auf Alkohol komplett zu verzichten, lernen Sie, Ihren Konsum strikt zu planen: Trinken nur zu besonderen Anlässen, in geringen Mengen (z.B. max. zwei kleine Gläser Bier) und mit klarem Abstand zum Autofahren.
Wichtig: Auch hierfür benötigen Sie Belege, wie etwa ein lückenloses Trinktagebuch und regelmäßige Leberwerte (CDT) vom Hausarzt, um den Gutachter zu überzeugen.
Unterscheidung nach Deliktgruppen
Punkte und Straftaten: Wann Sie gar keine Nachweise brauchen Viele Betroffene gehen fälschlicherweise davon aus, dass jede MPU automatisch Drogen- oder Alkoholtests erfordert. Wenn Ihre MPU jedoch ausschließlich aufgrund von 8 Punkten in Flensburg oder allgemeinen Straftaten (z.B. Nötigung, Aggression im Straßenverkehr) angeordnet wurde, ist eine MPU ohne Abstinenznachweis der Standardfall.
In diesen Konstellationen prüft der Gutachter nicht Ihre körperliche Substanzfreiheit, sondern Ihre Einstellung zu Regeln und Ihr Aggressionspotenzial. Hier investieren Sie Ihr Geld besser in eine verkehrspsychologische Vorbereitung als in unnötige Laboranalysen.
Die Beweislast im psychologischen Gespräch
Ohne Nachweis steigen die Anforderungen im Gespräch Entscheiden Sie sich für den Weg der MPU ohne Abstinenznachweis (z.B. durch Kontrolliertes Trinken), müssen Sie wissen: Die Hürde im psychologischen Gespräch liegt deutlich höher. Mit einem 12-monatigen Abstinenzbeleg haben Sie ein „hartes Faktum“ in der Hand.
Fehlt dieser, müssen Sie verbal und durch Ihre Selbstreflexion beweisen, dass Sie Ihr Verhalten im Griff haben. Der Gutachter wird Ihre Strategien zur Rückfallvermeidung („Vermeidungsstrategien“) viel detaillierter und kritischer hinterfragen. Eine tiefe Auseinandersetzung mit den eigenen Konsummotiven ist hier unverzichtbar.
Fazit
Die MPU ist weniger mystisch, als viele denken – aber sie ist konsequent. Ob Sie ohne Abstinenznachweis bestehen können, hängt davon ab, was in Ihrem Fall angeordnet wurde und wie Ihr Konsummuster bewertet wird. Bei 1,6 Promille, wiederholten Alkoholfahrten oder harten Drogen führt an Abstinenz meist kein Weg vorbei. Planen Sie deshalb früh, sammeln Sie Belege sauber und unterschätzen Sie die Wartezeiten nicht. Wer strukturiert vorgeht, erhöht seine Chance deutlich.
Quellen:
- MPU ohne Abstinenznachweis
- MPU ohne Abstinenznachweis – Ihre Optionen
- MPU ohne Abstinenznachweis möglich?
FAQ
Ist eine MPU wegen Drogen ohne Abstinenznachweis möglich?
In fast allen Fällen: Nein. Bei illegalen Drogen (Cannabis, Kokain, Amphetamine) wird eine strikte Abstinenz vorausgesetzt. Nur in extrem seltenen Ausnahmefällen (z.B. einmaliger Probierkonsum von Cannabis mit sehr niedrigen Werten und langer Zeitspanne) kann darauf verzichtet werden.
Kann ich bei einer Alkohol-MPU auf Abstinenznachweise verzichten?
Ja, wenn bei Ihnen keine Alkoholabhängigkeit vorliegt, können Sie versuchen, die MPU mit „Kontrolliertem Trinken“ zu bestehen. Hierbei müssen Sie glaubhaft machen, dass Sie Alkohol und Fahren sicher trennen können und Ihren Konsum reduziert haben.
Was ist „Kontrolliertes Trinken“?
Kontrolliertes Trinken bedeutet, dass Sie Alkohol nur noch zu geplanten Anlässen und in sehr geringen Mengen konsumieren. Sie müssen dies meist über mindestens 6 Monate praktizieren und dokumentieren (Trinktagebuch, Leberwerte), bevor Sie zur MPU gehen.
Brauche ich Abstinenznachweise bei einer MPU wegen Punkten?
Nein. Wenn die MPU nur wegen zu vieler Punkte in Flensburg angeordnet wurde und keine Hinweise auf Suchtmittelmissbrauch vorliegen, sind keine Abstinenznachweise (Urin/Haar) erforderlich.
Erhöht ein freiwilliger Abstinenznachweis meine Chancen?
Ja, absolut. Auch wenn er nicht zwingend vorgeschrieben ist (z.B. bei Alkoholgefährdung), gilt ein belegter Verzicht (z.B. 6 Monate) als stärkstes Argument für eine Verhaltensänderung und erleichtert das Gespräch mit dem Gutachter enorm.
Reichen Leberwerte vom Hausarzt als Nachweis für Alkohol-Abstinenz?
Leberwerte (wie GGT, GOT, GPT) allein reichen oft nicht mehr aus, um eine vollständige Abstinenz zu beweisen, da sie zu ungenau sind. Sie können aber das „Kontrollierte Trinken“ stützen. Für echte Abstinenz sind EtG-Analysen (Urin/Haar) der Goldstandard.
Wie lange muss ich das „Kontrollierte Trinken“ vor der MPU praktizieren?
In der Regel verlangen Gutachter eine Erprobungsphase von mindestens 6 Monaten, in denen Sie das neue Trinkverhalten stabil in Ihren Alltag integriert haben, bevor Sie zur Begutachtung antreten.
Ist die MPU ohne Abstinenznachweis billiger?
Sie sparen zwar die Laborkosten für die Screenings (ca. 400-800 €), allerdings benötigen Sie oft eine intensivere (und teurere) Vorbereitung bei einem Verkehrspsychologen, um die Strategie des Kontrollierten Trinkens sicher zu erlernen.
Was passiert, wenn ich behaupte, kontrolliert zu trinken, aber hohe Leberwerte habe?
Das führt fast sicher zum Durchfallen. Widersprüche zwischen Ihren Aussagen („Ich trinke kaum noch“) und körperlichen Befunden (erhöhte Leberwerte oder körperliche Entzugserscheinungen bei der ärztlichen Untersuchung) entlarven die Strategie sofort.
Gilt die Cannabis-Legalisierung auch für die MPU?
Trotz der Teillegalisierung bleibt Fahren unter Einfluss verboten. Die Grenzwerte wurden angepasst, aber wer regelmäßig konsumiert und auffällt, muss oft weiterhin Trennvermögen beweisen. Ein Abstinenznachweis ist hier oft der sicherere Weg als der Versuch, „gelegentlichen Konsum“ zu verargumentieren.
Wie viel der Autor darüber weiß! Das ist genau das, was ich zur MPU ohne Abstinenznachweis wissen wollte. Ich danke Ihnen vielmals.